Wer den Armen verspottet, verhöhnt dessen Schöpfer; und wer sich über eines andern Unglück freut, wird nicht ungestraft bleiben. Sprüche 17,5
Ist doch selbstverständlich, wenn wir mit wachen Augen auf die Welt schauen! Und das ist doch Teil unseres Weges mit Gott, der Lebendigen. Auf diese Selbstverständlichkeit folgt, wie könnte es anders sein, ein Aber. Die Schöpfung ist ein Ganzes, die eine bewohnte Erde. Und da stossen wir auf so viele arme, leidende, hungernde Menschen, Menschen auch, vor allem Frauen, denen die Bildung versagt bleibt. Die Losung mutet uns zu, auf der Seite der Armen zu sein und Gottes Schöpfung zu bewahren. Unser Einstehen ist gefragt. Was aber, wenn wir mit der Ohnmacht zu kämpfen haben? Dann tut es gut, den Blick auf Gott, die Lebendige, zu richten und sie um Beistand für die Menschen in Armut zu bitten. Wir sollen aber auch Widerstand leisten, Widerstand dagegen, dass die Würde der Menschen verletzt wird. Und wir können unsere Visionen von Gerechtigkeit und Frieden mit andern teilen. Die Lebendige braucht Menschen, denen das Leben aller wichtig ist. Und so denke ich ganz besonders an all die Frauen, die unter struktureller Gewalt und Unterdrückung leiden. Und ich denke an die Menschen, die unter Krieg leiden. Und ich empöre mich, wenn kranken Kindern aus dem Gazastreifen die Pflege bei uns verweigert wird. Gottes Zumutung ist das Einstehen für die Armen.
Schenke du den armen Menschen deine Liebe.
Von: Madeleine Strub-Jaccoud