Wie kehrt ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht!, und das Bildwerk spräche vom Bildner: Er versteht nichts! Jesaja 29,16
Was für eine verdrehte Welt! Der Ton ist beleidigt, will nicht nur Lehmklumpen, will Töpfer sein! Das Bild will dem Meister den Pinsel aus der Hand nehmen und selber malen! Grotesk ist das. Und brandaktuell.
Obwohl wir wissen, dass das Leben auf unserem Planeten gefährdet ist, wird er gnadenlos ausgebeutet bis in den entlegensten Urwald, bis auf den Grund der tiefsten Meere, bis in den Orbit. Das Bildwerk sagt vom Bildner: «Er versteht nichts» – und versteht doch selbst nicht, was es tut.
An dieser Stelle brauchen wir dringend den Lehrtext zur Losung: «Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.» (Epheser 2,10) Ja, wir sind Geschöpfe, aber keineswegs passive Lehmklumpen: Gott hat in seiner Schöpferfreude die Menschen kreativ begabt. Wenn sie, inspiriert von Gott, gute Werke tun, geschieht Wundersames, unvollkommen, oft im Verborgenen, aber wirkungsvoll. Ich weiss von indischen Christen, die – selber diskriminiert – kastenlose Kinder beim Lernen unterstützen, damit sie einen Beruf erlernen, statt ein elendes Dasein als Tagelöhner zu fristen. Was ist nicht alles möglich, wenn Gott und Mensch sich finden in Liebe und Kreativität!
An die Arbeit, Leute, wir werden gebraucht!
Von: Dorothee Degen-Zimmermann