Ist denn die Hand des HERRN zu kurz? 4. Mose 11,23
Sie träumen von Fleischtöpfen samt Beilagen. «Wer wird uns Fleisch zu essen geben? Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst assen, und an die Kürbisse, die Melonen, den Lauch, die Zwiebeln und den Knoblauch. Nun aber ist unsere Seele matt, denn unsere Augen sehen nichts als das Manna.» (4. Mose 4,5 f.) So murrt das Volk und Moses knurrt. Sie haben genug vom Manna, er hat genug von diesem undankbaren Haufen. Die Last wird ihm zu gross. Moses berät sich mit Gott, und der hat zwei Vorschläge: Moses bekommt erstens einen Rat aus siebzig Ältesten, und die Israeliten bekommen zweitens ihr Fleisch, «nicht nur einen Tag, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, nicht zwanzig Tage lang, sondern einen Monat lang, bis ihr’s nicht mehr riechen könnt.» Moses gibt zu bedenken, dass für eine solche Versorgung etliche Schlachthöfe nötig wären. Gott hält ihm entgegen: «Ist denn die Hand des Herrn zu kurz?» Und am nächsten Morgen gibt es Geistkraft für die Ältesten und die Wachteldiät für das Volk beginnt. Und was ist die Moral der Geschichte?
Vielleicht ist das mit den Wachteln pädagogisch ein wenig fragwürdig, aber die Losung hat ihre Lektion erteilt: Nein, die Hand des Herrn ist nie zu kurz für ein Wunder, aber das menschliche Herz immer wieder zu klein, um es zu empfangen.
Von: Ralph Kunz