Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen! Jeremia 4,3
Auf geht’s! Und ich versuche Worte für das Pflügen zu finden – brecht die brachliegende Erde auf oder reisst die feste Kruste auf – und in mir macht sich Widerstand breit. Natürlich weiss ich, dass das Ausstreuen von Samen nur geht, wenn die Erde weich ist, sich offen zeigt für das, was da wachsen könnte. Du kannst ja auch nicht aus einem Heissluftballon über einem Fussballstadion 10 000 Flyer mit Gottes Wort werfen. Also kannst du schon. Und dich dann ebenso freuen, dass du sie nicht wütend zurückgeworfen bekommst. Also doch erst richtig den Boden durchpflügen?
Nur – so wie das Wort Pflügen eine durchaus kräftige und auch revolutionäre Tätigkeit beschreibt, bei der das Untenliegende nach oben kommt und das Obere gewaltsam zerstört wird, so ist auch die Geschichte der Kirche leider nicht frei von genau dieser Art des Pflügens. Sei es in den Kreuzzügen oder in der Missionsbewegung. Vielleicht ist die Zeit des Pflügens und auch des grossflächigen Streuens vorbei. Zumindest sollten wir nicht weiter von oben herab die Menschen mit Worten bewerfen. Auch Jesus ist ja nicht als Himmelsgott zu uns hinabgekommen, sondern als ein Mensch, der ins Stadion geht, Feste feiert und Fische angelt – und manchmal auch Menschen, die ihn spannend finden, die im Gespräch mit ihm etwas spüren, das sie begeistert. Dazu braucht es Vertrauen – dazu reicht Vertrauen, wenn auch wir andere von unserem Glauben begeistern wollen.
Von: Jan Simowitsch