Jesus spricht: Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Johannes 15,16
Wir befinden uns in der Phase der Abschiedsreden Jesu an seine Jünger, zweifellos sehr emotionale Stunden! Entsprechend ist viel von der Liebe, von Freundschaft und von wahrem Frieden die Rede. Was hat das mit der Erwählung zu tun? In den Versen 15,12 ff. geht es zentral um die Rolle der Jünger und wer sie für Jesus sind. Er nennt sie mehrfach Freunde. Er will nicht, dass sie sich als Knechte fühlen, die ihrem Herrn zu dienen haben. Er lehnt ein hierarchisches Verhältnis zwischen ihnen ab. Vielmehr erwählt er sie zu Freunden. Mit dem Wort «Wahl» verbinden wir die Wahl in ein Amt. Und ein Amt bringt bestimmte Kompetenzen und Verantwortungen mit sich. Die Steigerung davon, wenn man so will, ist das Ehrenamt, ein Amt also, das man ohne Gegenleistung ausübt, um der guten Sache willen. Mit dem Amt verbunden ist ein Auftrag. Der kann ganz verschieden lauten. In der zweiten Hälfte von Vers 16 erteilt Jesus den Auftrag, die Jünger sollen sich aufmachen und «Frucht bringen». Darin sehe ich eine diakonische Aussendung. Bedingung für fruchtbringende Diakonie sind die gegenseitige Liebe und der Einsatz für seine Freunde. Das werden sie brauchen, wie Jesus voraussieht. In Vers 18 ff. geht es um den Hass der Welt. Wie dieser zurzeit grassiert, brauche ich nicht auszuführen, schauen wir nur in den Sudan oder nach Belfast.
Was ist mein und unser Auftrag, um Frucht zu bringen?
Von: Bernhard Egg