Verkündige das Wort, tritt dafür ein, zur Zeit oder Unzeit, widerlege, tadle, bitte, in aller Geduld, wo die Lehre es gebietet! 2. Timotheus 4,2
Das ist eine sehr grosse Herausforderung, selbst für Theologen – und Berichte von Propheten bezeugen, selbst für sie. Bei Jeremia wird das am deutlichsten, aber er kann sich dem Auftrag schliesslich nicht entziehen – und es wird schwere Konsequenzen für ihn haben …
Im 2. Brief an Timotheus schreibt ein späterer Autor, der aber in das Wesen des Paulus schlüpft, an seinen jüngeren Freund und ermutigt ihn trotz aller Widerstände und falscher Propheten, aufrichtig und tapfer an der Botschaft Jesu festzuhalten und sie zu verkündigen. Dem Briefschreiber ist völlig klar, dass das viel Mut braucht, aber er ist so überzeugt von der Wahrheit dieser Botschaft, dass alle Hürden und alle Anfeindungen überwunden werden müssen und auch können, wenn Timotheus nur den Mut dazu hat. Leichter gesagt als getan! Paulus hat das seit seiner Bekehrung durchgehalten, hat Gefangenschaft und schliesslich den Märtyrertod auf sich genommen.
Was heisst das in unserer säkularen Welt? In der Gemeinde, mit Gleichgesinnten, können wir ganz gut an der Botschaft festhalten – aber in der Welt um uns? Da empfinden wir es eigentlich immer als «zur Unzeit» – und die religiösen Eiferer mögen wir doch nicht! – Was bleibt? Vertrauen in Gott, der uns das richtige Wort in den Mund legen wird! Und hoffentlich den Mut, es auch auszusprechen.
Von: Elisabeth Raiser-von Weizsäcker