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3. August

Gelobt sei Gott, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die ihm vertraut haben. Daniel 3,28

Der dies sagt, ist niemand Geringeres als der absolute babylonische Herrscher Nebukadnezar. Er sagt es angesichts des grössten Wunders, das in der alttestamentlichen Literatur beschrieben wird: Auf wundersame Weise werden drei Ange- hörige des jüdischen Volkes vor dem Feuertod errettet. In einer grossen Dramatik (und durchaus auch mit etlichen bewussten Übertreibungen) wird geschildert, wie im Feuerofen plötzlich noch eine vierte Gestalt zu sehen ist. Diese muss es gewesen sein, die die drei Männer vor dem sicheren Tod bewahrt hat. Für diese Gestalt braucht der heidnische Herrscher die Bezeichnung «Gottes Engel». Gottes Bote, Gottes Wächter über das Leben. Dieser Engel beschützt jene, die sich einem offiziellen Staatsakt verweigert haben. Die nicht bereit waren, dem fremden König zu huldigen. Die also ihrer eigenen Überzeugung treu geblieben sind, obwohl sie wussten, was ihnen «blühen» wird. In der späteren leidvollen Geschichte des jüdischen Volkes in der Welt wurde diese Legende aus dem Danielbuch – in der dieser nicht vorkommt, sondern «nur drei einfache Menschen aus dem Volk» – zur grossen und jederzeit rezitierten Ermutigung, einzutreten für den eigenen Glauben. Und das jüdische Volk ist, weiss Gott, «ins Feuer geraten»! Für Unzählige wurde dieser Satz, hier von einem Fremden gesagt, zum Grund einer Hoffnung, die durch nichts ausgelöscht werden konnte. Zu keiner Zeit.

Von: Hans Strub

 

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