Du bist mein Gott von meiner Mutter Schoss an. Psalm 22,11
Manchmal fühlen wir uns im Leben wie ein Blatt im Wind –
hin und her geworfen von Ereignissen, die wir nicht kontrollieren
können. Die heutige Losung erinnert uns an eine
Wahrheit, die tiefer liegt als unsere aktuelle Tagesform:
Unsere Verbindung zu Gott ist kein Zufallsprodukt und auch
kein späterer Entschluss unsererseits.
Schon bevor wir den ersten Atemzug taten, bevor wir
leisten
oder glauben konnten, war er da. Der Beter des Psalms
blickt in einer Zeit tiefster Not zurück auf seine Anfänge. Er
erinnert sich an das Urvertrauen, das Gott ihm schon im
Mutterleib geschenkt hat. Dass wir existieren, ist Gottes Ja
zu uns.
Das Besondere an diesem Vers ist sein Kontext: Psalm 22
beginnt mit dem verzweifelten Schrei: «Mein Gott, mein
Gott, warum hast du mich verlassen?» Jesus selbst betete
diese Worte am Kreuz. Inmitten der grössten Einsamkeit
klammert sich der Beter an seine Geschichte mit Gott. Er
sagt: «Gott, du warst von Anfang an dabei. Du lässt mich
jetzt nicht fallen.»
Egal, wie deine Lebensgeschichte aussieht – für Gott bist
du gewollt. Er kennt dich länger als jeder Mensch auf dieser
Welt. Du musstest nichts tun, um Gottes Aufmerksamkeit
zu gewinnen. Er war schon dein Gott, als du noch im Mutterleib
geschützt warst. Er hat dich ins Leben gerufen.
Von: Carsten Marx