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3. Dezember

Als der Pharao sah, dass Regen, Donner und Hagel aufhörten, versündigte er sich weiter und verhärtete sein Herz. 2. Mose 9,34

Die Hagelplage scheint dem Pharao die Augen geöffnet zu haben: «Ich habe gesündigt», bekennt er kleinlaut gegenüber Mose und Aaron (Vers 27). Als dann das Unwetter auf Bitten des Mose aufhört, nimmt die Geschichte eine eigentlich vorhersehbare Wendung: Pharao bricht seine Zusage und lässt das Volk Israel (oder jedenfalls jene Teile davon, die für eine längere Zeit nach Ägypten deportiert worden waren) ein weiteres Mal nicht gehen. Auch Jahwe scheint ihm, dem Pharao, die Macht über die Zwangsarbeiter nicht nehmen zu können …Es ist ein geradezu klassisches Tyrannen-Verhalten, das sich durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurchzieht, bis heute. Macht verführt die Mächtigen, macht sie blind und lässt sie sich für unverwundbar halten. Es ist ein durch die Historie überdeutlich belegter Trost, dass jede Tyrannei einmal endet, meistens in einem vorübergehenden Chaos. Für die direkt betroffenen Menschen ist es aber im besten Fall eine unbestimmte Hoffnung. Sie leiden und leiden und leiden, und wer lange leiden muss, empfindet sein Leiden zunehmend als unerträglich. Der Glaube an diesen Trost versiegt. Da braucht es andere, die sich mit ihnen solidarisieren, wo immer sie leben. Die Wahrnehmung, dass sie trotz allem Schlimmen nicht vergessen sind, kann stärken und dem Trost etwas Boden geben. Das können auch wir!

Von: Hans Strub

 

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