Christus ist auferweckt von den Toten als Erstling
unter denen, die entschlafen sind. 1. Korinther 15,20
Die heutige Losung ist ein happiger Brocken: die Auferstehung!
Nebst Geburt und Kreuzigung Jesu das dritte grosse
Thema des Christentums. Und darüber soll ich am Tag des
Angriffs von Israel/USA auf den Iran schreiben? Ja, was ist sie?
Historische Wahrheit, Märchen, Mythos, Geheimnis, Vision
oder Wunder? In den Glaubensbekenntnissen bekräftigen
wir Christ:innen, dass wir an sie glauben und sie folglich
für wahr halten. Aber was heisst das? Was bedeutet sie uns
konkret, im täglichen Leben und im Glaubensleben? Besteht
ein Unterschied zwischen Auferstehung und Auferweckung?
Suchend blättere ich bei Karl Barth nach und finde komplexe
Theologie, die mir ehrlich gesagt nicht ans Herz geht. Also
weiter zu Leonhard Ragaz, der festhält, die Auferstehung
sei weder eine Tatsache der Wissenschaft noch ein Dogma;
sie könne nur Zeugnis des Glaubens sein und könne niemandem
aufgedrängt werden. Er findet weiter, sie müsse in
ein Geheimnis gehüllt sein. Dieses Bild gefällt mir. Es passt
für mich gut zum Leben und Wirken von Jesus. Wie sagte
er doch zu den Blinden: «Euch geschehe, wie ihr geglaubt
habt» (Matthäus 9,29) oder zur Frau mit den Blutungen:
«Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden.»
(Lukas 8,48) Ob ich gerettet beziehungsweise auferweckt
werde, weiss ich nicht. Es bleibt ein Geheimnis. Ich finde das
gut so und vertraue darauf, dass Gott es gut mit mir meint.
Von: Bernhard Egg