Es ist niemand heilig wie der HERR, ausser dir ist keiner. 1. Samuel 2
Hanna singt: «Ausser dir ist keiner!» «La ilaha illa Allah!» –
die Sure, die allen Muslim:innen bekannt ist, sagt ziemlich
genau das aus: Es gibt keinen Gott ausser Allah. Wie die Bibel
betont auch der Koran die Einzigartigkeit Gottes. Es ist der
gemeinsame Boden der drei abrahamitischen Religionen, für
den die Religionswissenschaft den trockenen Begriff Monotheismus
parat hat. Als Christ gehöre ich zu diesem Club.
Aber, ach, ich weiss nicht! Glaube ich an einen «Ismus»?
Ich bin froh, singt Hanna von der Heiligkeit Gottes – sie, die
gedemütigt wurde, weil sie kinderlos war, sie, deren Gebete
erhört wurden. Die Erkenntnis, wer Gott ist, entspringt ihrer
Erfahrung. Sie singt ein Danklied, weil ihr ein Kind geschenkt
wurde. Es ist Samuel, der künftige Priester, der später den ersten
König Israels salben sollte. Hannas Theologie ist Bauchwissen
und nicht Ausgeburt einer monotheistischen Idee.
Was ihr gegeben wurde, ist für uns alle heilig. Erst recht,
wenn ich mir die Fortsetzung anhöre. Ich denke an das Lied
der Maria, die im Magnifikat davon singt, wie sich die Heiligkeit
Gottes zeigt. Gott erhebt die Niedrigen und demütigt
die Hochmütigen, die Hungernden beschenkt Gott mit
Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen. Und ihr Sohn
singt weiter: Selig sind die Gewaltlosen, denn ihnen wurde
das Lied geschenkt. «La ilaha illa Allah!»
Von: Ralph Kunz