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7. Januar 2022

Du sollst heute wissen und zu Herzen nehmen,  dass der HERR Gott ist oben im Himmel und unten auf Erden und sonst keiner.        5. Mose 4,39

Dies ist wohl die Woche der «mitreissenden Texte»! Gestern die abtörnenden Worte, heute also das Buch Deuteronomium, die Sammlung der Aussagen Mose an seinem letzten Lebenstag. Mose macht hier noch einmal den Rundumschlag. Er warnt, wirbt für seinen Gott und weist auf das Gesetz hin.

Für Glaubende spricht Mose hier eine Selbstverständlichkeit aus. Luther hat das in seinem kleinen Katechismus «du sollst keine anderen Götter haben – neben mir» genannt. Und doch, diese «Selbstverständlichkeit» wird täglich einer Prüfung auf Herz und Nieren unterzogen. Bei jedem Schritt unseres Lebens müssten wir uns fragen: «Ist das im Sinne unseres Gottes?» Oder anders formuliert: «Sind wir noch im Windschatten des Heiligen Geistes?»

Hand aufs Herz – ist das unsere Lebensrealität? Bei vielen von uns, so auch bei mir, schwingt diese Frage mit, aber sie ist nicht immer an erster Stelle.

Ich glaube, es geht letztendlich darum, dass wir diese Frage nicht vergessen, sie mitschwingen lassen und hin und wieder stehen bleiben und sie ganz «zu Herzen nehmen».

Der Lebenskompass ist da und immer verfügbar, aber lesen müssen wir ihn für uns – manchmal alleine.

Von: Rolf Bielefeld

6. Januar

Ich will sie reinigen von aller Missetat, womit sie
wider mich gesündigt haben, und ich will ihnen vergeben.                           
Jeremia 33,8

Vier Worte: reinigen, Missetat, gesündigt, vergeben… und ich habe eigentlich schon keine Lust mehr.

Jeremia hatte den Untergang Jerusalems verkündet, wenn das Volk sich nicht unter Gottes Herrschaft stellen würde –, und er sollte mit dem Untergang, etwa 50 Jahre später, Recht behalten.

Also für uns heute: Den Zehn Geboten und den Seligpreisungen immer folgen, und der Untergang wird abgewendet? Das ist natürlich ziemlich simpel gedacht, aber in der Einfachheit liegt auch eine gewisse Kraft.

Die in der Bibel verewigten Gebote verfolgen eigentlich immer das gleiche Ziel, das Leben miteinander in Frieden und Harmonie zu bewältigen. Dem Gott der hebräischen Bibel werden so manchmal ziemlich drastische Mittel zugetraut, um zu bewirken, dass das Ziel erreicht wird. In Jesu Leben und Predigt verändern sich die Mittel erheblich, indem die Menschen immer wieder auf die Liebe und die aus ihr erwachsene Kraft verwiesen werden.

Nun werden nicht mehr «Feinde vernichtet», sondern die «Reinigung von Missetat» basiert auf Einsicht und dem Wunsch und der Bitte nach Vergebung. Der Gott, der mich dazu befähigt, Fehler zu erkennen, um Verzeihung zu bitten und Vergebung anzunehmen, das ist der Gott, der mir in meinem Leben begegnet ist.

Von: Rolf Bielefeld