Mächtig waltet über uns seine Güte, und die Treue
des HERRN währt in Ewigkeit. Halleluja. Psalm 117,2
Ich höre hin und wieder von Menschen, insbesondere
auch von jungen Menschen, dass sie schlecht schlafen, von
Albträumen geplagt werden, weil es um die Welt und das
Zusammenleben der Menschen so schlecht bestellt ist. Es
erschüttert mich, dass sich eine Bewegung, die sich für den
Respekt gegenüber Gottes Schöpfung einsetzt, als «Last
Generation» bezeichnet, wie wenn es keine Hoffnung auf
Zukunft mehr gäbe.
Umso schöner, wenn ein biblisches Wort wie diese Losung
dem widerspricht, was den Gang der Geschichte und das
Verhalten der Menschen zu bestimmen scheint. Mächtig
scheinen die, die sich durchsetzen, die sich nicht ums Recht
oder um den Anstand scheren, die sich nicht bremsen lassen,
bloss um Rücksicht zu nehmen.
Doch wir stimmen in den Psalm ein, der jubelnd behauptet,
die Güte Gottes habe Macht über uns und über die
Welt und wir könnten uns darauf verlassen, dass Gott treu
ist. Wir müssen nicht mit der Treulosigkeit derer rechnen,
die auch ihre Freunde verraten, wenn sie sich davon Gewinn
versprechen.
In der klösterlichen Tradition gehört Psalm 117 – es ist der
kürzeste aller Psalmen – ans Ende des Tages. Das Halleluja
über Gottes Güte und Treue wird uns vor den Albträumen
wegen der Rücksichtslosigkeit und Untreue von Menschen
schützen.
Von: Benedict Schubert