Autor: Markus Bürki

17. September

Christus spricht: Fürchte dich nicht! Ich bin der
Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot,
und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.
Offenbarung 1,17–18

Es ist alles gesagt, Christus ist alles in allem und nichts geht
ohne ihn und Punkt! Dann noch für immer und sogar bis
in die Hölle hinein und durch den Tod hindurch. Eine steile
Ansage. Das kann auch schon mal als sehr fundamentalistisch
angesehen/interpretiert werden. Nur Christus ist die
Lösung und das Leben und nichts anderes führt zum Heil.
Da bin ich vorsichtig. Für mich ist Christus quasi «einer»
von vielen, um das Heil zu erlangen. Oder anders gesagt,
ein «Schuhlöffel», um in die Thematik Transzendenz und
Glauben einzusteigen. Schuhlöffel leihen wir uns innerhalb
der Familie aus, oder? Die Schuhgrösse spielt dabei nicht so
eine Rolle. Einander die Schuhlöffel klauen wäre nicht nett,
vielmehr den eigenen Schuhlöffel einmal der Nachbarin ausleihen
oder einmal einen «fremden» Schuhlöffel ausprobieren.
Oder nicht? Davon dürfen wir uns ruhig leiten lassen.
Die Hölle als Drohung und Ort der unendlichen Strafe
hat doch ausgedient, oder nicht? Und doch haben wir auf
der Erde leider noch immer viele höllische Orte. Die Hölle
kann auch in uns selbst sein, wenn wir gegen dies und das
ankämpfen und nicht erkennen: Die Unendliche meint es
gut mit uns, sei das Jesus, Buddha oder Shiva. Amen!

Von: Markus Bürki

16. September

Du führst, Herr, meine Sache und erlöst mein Leben.
Klagelieder 3,58

Der Tempel ist zerstört, es darf geklagt werden. Die Klagelieder
sind etwas Geniales. Als Christenmenschen müssen wir
nicht immer nur danken und lobpreisen. Wir sollen auch klagen
und flehen. Mir tut das immer gut, wenn ich abends beim
Gebet vor dem Schlafen auch klar und deutlich meine An-
liegen und Forderungen vor Gott bringen darf. «Gott, warum
machst du nichts und wo bist du überhaupt?» Die Göttliche
mag das ertragen und versteht uns ja so oder so schon,
bevor wir überhaupt zu klagen begonnen haben. Nicht mehr
klagen?
Doch! Weil es befreit und neue Räume öffnen kann.
Die Bibel bietet für alle menschlichen Gefühle Anknüpfungspunkte,
um sich zu verbinden, um Wege und Lösungen zu
finden zum Weiterkommen. Geht es nicht darum?
Weiterkommen im Leben? Darauf hoffen und vertrauen,
die Göttliche werde es (meine Sache) zu Ende führen und
mich erlösen. Was müssen wir tun, um diese Erlösung zu
erlangen? Vielleicht bin ich ja schon erlöst und merke es
nicht? Bin ich erlöst nach der Taufe? Oder bin ich ab Geburt
erlöst (auch ohne Taufe und Konfirmation), weil ich ja ein
Abbild Gottes bin und die Göttliche durch Jesus Christus
die ganze Schöpfung erlöst und befreit hat? Jesus ist doch
der neue Adam? Alles gut also? Augen zu und durch oder
abwarten, bis sich ein Gefühl der Erlösung einstellt?
Lassen wir uns führen und seien wir erlöst! Amen!

Von: Markus Bürki

1. September

Du hast dich müde gemacht mit der Menge
deiner Pläne.
Jesaja 47,13

Heute ist der Ökumenische Tag der Schöpfung. Wir gedenken
der Wunder des Lebens und der Schöpfung durch die
Allmächtige. Der Mensch kraxelt erdgeschichtlich erst seit
extrem kurzer Zeit auf dem Planeten herum. Je nach Quelle
irgendwo zwischen 300 000 und 700 000 Jahren. Ich bin
kein Fan des Kreationismus, gemäss dem die Welt erst 6000
bis maximal 12 000 Jahre alt ist. Spannend ist ja die Tatsache,
in welch kurzer Zeit wir als Menschheit den Planeten an den
Rand gedrängt haben. Alle Kurven zeigen heute steil nach
oben. Energie- und Ressourcenverbrauch, CO2-Ausstoss,
Bevölkerungswachstum, Anzahl Waffen …
Einige nimmermüde Klimaaktivistinnen (nicht nur die
Klimakleber)
geben nicht auf, sich gegen die Grossen der
Welt zu stemmen und ein anderes Wirtschafts- und Lebenssystem
zu finden und zu fördern. Sie opfern sich beinahe auf,
um eine Handvoll anderer davon zu überzeugen, doch bitte
nicht ganz alles kaputt zu machen, sondern etwas für die
kommenden Generationen dazulassen. Bis heute vergeblich,
Wachstum ist gottgleich und ein Ausweg kaum sichtbar.
Das macht müde. Die Menge unserer Pläne für eine lebenswerte
Zukunft nimmt zu. Aber nützen sie etwas? Was
brauchten wir wirklich, um wieder in den paradiesischen
Urzustand zu gelangen?
Weniger Pläne und mehr Stille. Gebet und Dankbarkeit.
Amen!

Von: Markus Bürki

17. Juli

Jesus spricht: Wer diese meine Rede hört und tut sie,
der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf
Fels baute.
Matthäus 7,24

Welche Rede sollen wir hören von Jesus? Manche hören
einen religiösen Sozialismus, andere eine feministische
Befreiungstheologie, wieder andere ein Wohlstands-Evangelium
oder sehen schon den totalen Untergang des Christentums,
wenn denn diese evangelische Kirche nicht endlich
mit dem «links-grünen Getue» aufhört!
Welche Rede höre ich? Ich persönlich höre eine Rede für die
an den Rand Gedrängten, die Schutzlosen, die Anderen, die
Übriggebliebenen, die Verfolgten, die Kaputten und Verlassenen,
die Besitzlosen und die Zerstörten. Ich höre einen
Jesus, der mit seinem Leben das letzte Opfer gebracht hat
und die Menschheit so ein für alle Mal mit Gott versöhnt
und gerettet hat. Ich höre einen Jesus, der für alle da ist,
egal ob hetero- oder homosexuell, egal ob genderfluid oder
asexuell.
Ich höre einen Jesus (und das lese ich auch in der
Bibel so), der viel mehr über Geld und Macht spricht und
deren Gefahren als über Sex und Gender.
Und welche Kirche wollen wir haben? Wie gehen wir nun
als Kirche mit dieser Breite um? Kondensieren wir in naher
Zukunft noch mehr? Oder werden wir fluider für das, was
neu am Horizont aufkeimt? Und können wir dabei aufzeigen
warum es uns auch in Zukunft noch braucht? Amen!

Von: Markus Bürki

16. Juli

Gott der HERR wird die Tränen von allen
Angesichtern abwischen.
Jesaja 25,8

Ein «Danklied für Gottes Eingreifen», steht über dem Kapitel
25 des Jesajabuchs in meiner Konf-Bibel. Der Sänger dankt
in blumigen Worten seinem grossen und starken Gott. Er
lässt die Mächtigen zittern und ist für die Hilflosen da. Wenn
dieser Gott sein Werk vollendet, dann gibt es für alle Völker
ein Festmahl mit geläuterten Weinen und köstlichen
Speisen. Der Tod wird für immer vernichtet und von jedem
Gesicht werden die Tränen abgewischt. Auf diesen Gott will
sich der Sänger berufen, ihm dieses Lied widmen, sich bei
ihm anlehnen wie das Kind an einen Vater oder eine Mutter.
Der Sänger hat nicht vergeblich gehofft, er hat geglaubt
und es wurde ihm so erfüllt. Selbstsucht und Götzendienst
(= Netflix? Instagram?), sind nicht mehr, Tod, Leid und Angst
sind weg. Das messianische Königreich ist angebrochen, die
Schrift ist erfüllt, das Leben kann kommen.
Sind Sie bereit? Bereit für das Festmahl mit den geläuterten
Weinen und den köstlichen Speisen? Oder kämpfen Sie noch
mit Ihren inneren Dämonen und den äusseren Anreizen
zum Götzendienst (= mehr kaufen und noch mehr besitzen)?
Warten und hoffen kann ganz schön anstrengend sein.
Wann ist das geplante Festmahl, wo es keine Tränen mehr
gibt? Ich wünsche Ihnen ein tägliches Hoffen und Bangen
und Vertrauen auf das grosse Festmahl! Amen!

Von: Markus Bürki

17. Mai

Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern
dazu, die Seligkeit zu besitzen durch unsern
Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist.
1. Thessalonicher 5,9-10

Der 1. Thessalonicher ist der älteste Brief des Neuen Testaments
und also an eine noch sehr junge Gemeinde gerichtet
auf ihrem Glaubensweg. Den Römern und Cäsar kommt
der noch junge Glaube von dem «wahren König» in den
falschen Hals und die Christenmenschen werden daraufhin
brutal verfolgt. Paulus muss die Stadt verlassen und schreibt
darum diesen Brief, um die Gemeinde zu ermuntern. Es
lohnt sich, diesen Brief einmal ganz zu lesen, er ist sehr kurz
gehalten, aber im Inhalt dicht.
Paulus kann uns mit seinen Zeilen ermutigen, in Freude zu
leben! Wir sollen einander helfen, geduldig mit allen sein
und auf den Heiligen Geist achtgeben. Wir sollen alles prüfen
und das Gute behalten. Kurz, wir sollen einfach glückliche
Christenmenschen sein, weil wir mit unserem Herrn Jesus
Christus und dem Vater im Himmel und dem Heiligen Geist
die bestmöglichen Werkzeuge in Hand und Herz und Verstand
haben. Schaue ich in die Statistik, dann ist die grösste
Gruppe die der «ohne Religionszugehörigkeit». Evangelisch
und Katholisch haben seit 1970 massive Abwanderungen
erlebt. Es ist ein Massentrend. Ich gebe uns (noch) Gläubigen
auch eine Schuld. Wieso können wir nicht vor Lebenskraft
und Freude nur so strahlen, haben wir doch die Antwort von
Paulus erhalten? Amen!

Von: Markus Bürki

16. Mai

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt
werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Matthäus 5,10


Jesus steigt auf einen Berg, um seine Jünger zu lehren, auf
einem Berg erleben die Jünger, wie Jesus verklärt wird, der
Ölberg ist es, wo Jesus seine Rede über das Ende der Zeiten
hält, der auferstandene Jesus erscheint seinen Jüngern auf
einem Berg zum letzten Mal und sendet sie in die Welt hinaus.
Jesus mag Berge! Zeigt es seine Nähe zum himmlischen
Vater? Oder einen Ort abseits vom Trubel der Zeit? Auch
viele von uns klettern gerne auf Berge, gehen in die Natur,
wollen hoch hinaus, zum Gipfelkreuz, dorthin, wo es ruhig
und still ist. Auf einem Berggipfel tief zu atmen, kann Knoten
lösen und Ängste abbauen.
Die Bergpredigt komprimiert und bündelt. Das Evangelium
ist für die Armen und Verlassenen, die Verfolgten und die im
Krieg sind. Ihnen ist zugesagt, dass Gerechtigkeit und Liebe
siegen werden auf dieser Welt. Jesus wird uns auf diesem
Weg begleiten und er wird da sein, bis es vollbracht ist. Das
Himmelreich und die neue Erde, wie es in gewissen Übersetzungen
heisst, werden in Erfüllung gehen. Armut, Hunger,
Leid und Tränen werden nicht mehr sein. Und was ist meine
Aufgabe als Kind Gottes? Jeden Tag so lebendig und achtsam
auf die Liebe in mir (= Gott!) zu hören und dann adäquat
zu handeln, im Wissen um den Sieg des Lebens. (= Jesus
Christus). Amen!

Von: Markus Bürki

17. März

Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im
Grossen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist,
der ist auch im Grossen ungerecht. Lukas 16,10

Frei übersetzt nach Bürki: Alles oder nichts!
Eine schreckliche Vorstellung, finde ich. Aber natürlich
ist etwas Wahres dran. Wer einmal betrügt und sich dabei
nicht wirklich schlecht vorkommt, der hat gute Chancen,
es wieder zu tun. Das kann auf alle möglichen Verhaltensweisen
zutreffen. Mir kommt beispielsweise das Bild eines
Rauchers in den Sinn: Irgendeinmal raucht er einfach und
merkt es gar nicht und eigentlich wollte er es nie. Die Macht
der Gewohnheit hat zugeschlagen. Und im Fall des Rauchers
die Sucht natürlich auch.
Ich hadere mit der Aussage. Ich glaube, dass sich Menschen
immer ändern können bis ins hohe Alter. Von daher
muss es nicht dieses Alles-oder-nichts bleiben, nein, es ist für
mich veränderbar. Dennoch, die Macht oder die Verleitung
zur «Sünde» (wenn wir dem mal so sagen wollen) ist und
bleibt verführerisch. Nur einmal etwas klauen, nur einmal
jemanden betrügen, nur einmal ein wenig ungerecht sein?
An welchen Geboten, Verboten oder Gesetzen messen wir
unser Verhalten und wer straft wen wofür?
Das Gesetz gibt Leitplanken, wer es übertritt, sitzt oder
zahlt. Christus gibt Gebote und Liebe. Somit ist der Kreis
geschlossen und wir dürfen uns entscheiden.
Wie wählen Sie aus? Amen!

Von: Markus Bürki

16. März

Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Johannes 4,16

Ich mag diesen Vers sehr. Verdichtet er doch eine der für
mich wichtigsten Aussagen der ganzen Bibel oder des Christentums.
Viele von uns sehen sich immer wieder mit der
Frage konfrontiert «wo ist denn nun euer Gott? Warum
macht der nichts in der Ukraine?» Eine gute und würzige
Antwort ist nicht immer einfach. Gott ist die Liebe, und wer
in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm! Voilà!
In Allschwil, wo ich bis vor kurzem als Jugendarbeiter tätig
war, stand ebendieser Spruch im kleinen Kirchli. Dort übernachteten
wir mit Jugendlichen, führten den Nothilfekurs
durch, erlebten Konzerte und vieles mehr. Und immer stand
vorne dieser Vers über dem ganzen Raum. Das gefiel mir
immer.
Gott ist oft nicht verständlich oder wir verstehen das Göttliche
nicht. So oft hadere ich mit all dem Göttlichen und
den Vorstellungen, die wir uns von Gott machen, weil sie
ja doch nicht ausreichen oder wirklich zutreffen. Gott ist
unverfügbar und immer anders, als wir denken! Ganz schön
anstrengend, oder wie mein Kollege sagte: «Mit der Religion
kommst du ja nie ganz zu Boden.» Sind wir also auf halbem
Weg zum Scheitern verurteilt? Sind wir zu blöd, um Gott zu
begreifen?
Nein – wenn wir Gott als Liebe sehen und so erfahren
können, dann klappt es. Gute Übung! Amen.

Von: Markus Bürki

17. Januar

Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, damit ich
nicht wider dich sündige.
Psalm 119,11

Liebe entspringt im Herzen. Es braucht das Herz, um Leben
möglich zu machen und zu lieben. Und Sie wissen noch von
gestern, wenn Gott die Liebe ist, dann ist die Liebe in uns,
weil wir ja alle fähig sind zu lieben, und diese Liebe entspringt
im Herzen, wo unsere Liebe mit jedem Herzschlag durch
unseren Körper gepumpt wird.
Auf Französisch heisst etwas auswendig lernen «apprendre
par coeur». Also frei übersetzt mit dem Herzen lernen oder
durch das Herz hindurch lernen. Etwas so oft üben, bis es sich
im Herzen festsetzt und dort Spuren hinterlässt.
Mit Gottes Wort ist es auch so. Je öfter und intensiver wir
uns mit seinem Wort beschäftigen, desto mehr tragen wir
sein Wort in unserem Herzen weiter, die Wörter begleiten
uns im Alltag und in der Nacht und vielleicht murmeln wir
sie noch im Schlaf. Wer mit Gottes Wort unterwegs ist, wird
sich seiner Übertretungen vielleicht eher bewusst und kann
versuchen sie umzukehren. In Christus sind wir frei. Was
nicht heissen darf, jeden Tag die roten Linien zu übertreten,
nein, ein Leben in Würde und mit Verantwortung sich selber,
seiner Familie und der Schöpfung gegenüber ist auch ohne
Gottes Wort im Herzen ein wichtiger Schritt. Gilt also für
alle Welt. Die Kirche befindet sich in einem grossen Umbauprozess
und es wäre schön, wenn alle Welt die Liebe als das
Zentrum der Welt weitertragen würde. Amen!

Von: Markus Bürki