boldern!   Bolderntexte
 

Publikationen

 
 

Bolderntexte

Bolderntexte Archiv

Mittelteil

Bolderntexte abonnieren

Bestellformular

21. August 2017

Der Herr verstösst nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner grossen Güte. Klagelieder 3,31–32

Dankbar lese ich diesen Vers. Und gleichzeitig versuche ich zu verstehen, wie ich selber den Weg finde, das Betrübtsein hinter mir zu lassen, immer wieder aufs Neue.

Die Erkenntnis, dass Gott mich nicht ewig verstösst, hilft. Aber ich muss meinen Beitrag leisten. Die Zerrissenheit unserer Welt, das Wissen um das Leiden so vieler Menschen, die Ohnmacht – das alles gehört mit zu meinem Leben. Und da stellt sich die Frage, wie ich den Weg finde. Es geht ja nicht bloss um das Erbarmen, das mir gilt. Es geht um alle Menschen. Bin ich betrübt, weil ich an all die Leiden in der Welt denke? Bin ich betrübt, weil in meinem Leben auch sonst einiges nicht stimmt? Wie auch immer, Gottes Güte ist uns zugesagt, allen Menschen.

Und so komme ich darauf, dass ich um die Kraft bitten kann, Betrübnis auszuhalten und mich darauf zu verlassen, dass ich damit nicht allein bin. Das Erbarmen Gottes ist für alle Menschen zugesagt. Und es ist immer wieder ein Geheimnis für mich, wie ich dies spüren kann. Etwas wird mir dabei wichtig: Hektik, Stress, Ablenkung helfen nicht. Durchatmen, stille werden und versuchen, an all das viele zu denken, was gut ist, das gibt Kraft und weitet das Herz. Und noch etwas: Gottes Erbarmen kann ich erbitten für mich und für andere. So bitte ich heute für alle Menschen, die betrübt sind.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud

 

zum Archiv

 

 

Drucken

  Boldern   Tagungszentrum   Boldernstrasse 83   Postfach 1031   8708 Männedorf   +41 (0)44 921 71 11   E-Mail   www.boldern.ch