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23. März 2017

Die Nationen, die dann rings um euch übrig geblieben sind, werden erkennen, dass ich, der HERR, aufgebaut habe, was niedergerissen war, bepflanzt habe, was verwüstet war. Hesekiel 36,36

Man darf auf unseren Kanzeln vieles sagen, aber wenn jemand so von Gott reden würde, wie es Hesekiel tut, schickte ihn seine Kirchgemeinde bei der nächsten Gelegenheit ins Pfefferland. Der Prophet sagt nämlich seinen Leuten, dass Gott die Nase gestrichen voll von ihnen habe. Das Experiment «Israel» sei gescheitert. Sie seien schlicht unfähig, die Gebote zu halten. Nun müsse Gott selber den Israeliten ein neues Herz einpflanzen und einen neuen Geist geben (36,26). Die Begründung ist interessant. Gott wolle mit dieser Massnahme seinen schlechten Ruf rehabilitieren. Um diesen Ruf stand es nach der Zerstörung des Tempels und der Deportation der Eliten nach Babylon nämlich sehr schlecht. Also habe Gott beschlossen, predigte Hesekiel, die Sache richtig anzupacken und das verwüstete Land wiederherzustellen. Damit die Nationen erkennen, wer im Regiment sitzt, nachdem Israel als kleine Herde ohne König das ohnehin nicht mehr zustande brächte.

Was sich als erbauliche «I have a dream»-Rede Gottes anhört, ist eigentlich eine Gerichtsrede. Via Prophet lässt die Gottheit ausrichten, dass sie das Vertrauen in die religiösen Ressourcen ihrer Auserwählten verloren hat.
Und warum haben sich die Israeliten damals das alles sagen lassen? Vielleicht weil der Prediger im selben Boot sass wie seine Gemeinde. Hesekiel predigte im Pfefferland.

Von: Ralph Kunz

 

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