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25. November 2017

Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. 1. Johannes 4,16

Bei Carter Heyward, der amerikanischen Theologin, die den Ausdruck «Gott in Beziehung» geschaffen hat, finde ich ein indirektes Zitat von Karl Marx: «Theologie ist keine Gehirnübung, sie ist eine leidenschaftliche Anstrengung, menschliche Aktivität auszudrücken und wachzurufen. Ihr angemessener Brennpunkt ist die Erde, nicht der Himmel. Und sie dreht sich nicht um Gott an sich, sondern darum, wie wir Gott in dieser Welt und in dieser Zeit bei uns selbst erfahren.» Wenn Johannes schreibt: «Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm», dann holt auch er Gott zu uns auf die Erde. Es passt ganz zu dem Bild in der Offenbarung, dass Gott seine Hütte bei den Menschen baut.
Und das Zweite: «Gott ist Liebe», das heisst, er oder sie ist Beziehung, liebende Beziehung: «Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.» (Johannes 3,16) Die Liebe lässt uns nicht verloren gehen – das ist der grosse Trost und die tiefe Erfahrung all derer, die in Verzweiflung und Einsamkeit keinen Weg vor sich sehen. Wie oft hat ein liebender Mensch einen so Verzweifelten gefunden und wieder zum Leben zurückgebracht, oft einfach indem er ihn wahrgenommen und sich seiner angenommen hat.
Da hat immer Gott seine Hand im Spiel, auch wenn wir nicht von ihm reden. Der barmherzige Samariter war so ein Liebender, und es gibt – heute und überall – so viele, die ihm gleichen. Sie zu entdecken, mit ihnen zu gehen, ist ein grosses Glück – ihre Liebe wärmt unsere Welt.

Von: Elisabeth Raiser-von Weizsäcker

 

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