Erkennet, dass der HERR Gott ist. Psalm 100,3
«Erkennt, dass Gott ist unser Herr, der uns erschaffen ihm
zur Ehr und nicht wir selbst: durch Gottes Gnad ein jeder
Mensch sein Leben hat.» (EKG 57,2)
Das mir vertraute Lied bringt es auf den Punkt: Ich soll
wahrnehmen, dass wir Teil von Gottes Schöpfung sind. Die
Losung und das dazugehörige Lied sind Lobgesänge. Ich
kann und darf wahrnehmen, dass ich Teil eines grossen Ganzen
bin, dass ich nicht allein bin. Da sind Menschen rund um
die eine bewohnte Erde. Da ist die Natur. Und da ist Gott,
die Lebendige. Sie geht mit uns den Weg unseres Lebens
und schenkt uns den Blick auf die Menschen und die Schöpfung,
auch in unserer Zeit mit all dem, was uns belastet. Sie
schenkt uns den Blick auf das Ganze und lässt uns zur Ruhe
kommen, um uns bewusst zu werden, dass unser Leben aufgehoben
ist in ihrer Gnade.
Loben heisst für mich, mich zu öffnen, ein wenig von mir
wegzuschauen und mich zu freuen. Vielleicht sind es kurze
Momente des Innehaltens, vielleicht ist es das Lächeln eines
Menschen im Zug oder Bus, vielleicht ist es eine Blume, der
Wind, die Wellen, Sonne und Mond. Vielleicht ist es ein Lied:
«Er ist voll Güt und Freundlichkeit, voll Lieb und Treu zu
jeder Zeit. Sein Gnad währt immer dort und hier und seine
Wahrheit für und für.» (EKG 58,6)
Von: Madeleine Strub-Jaccoud