Lobe den HERRN, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit. Psalm 103,2.4
Staunend steht David unter dem Sternenhimmel. «Lobe den Herrn, meine Seele, und alles, was in mir ist, seinen heiligen Namen!», bricht es aus ihm heraus. Die Seele wacht auf, reibt sich die Augen, schaut um sich, staunend auch sie.
«Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.» Vergesslich ist sie, das stimmt. Lebt im Augenblick und vergisst, woher sie kommt. «Der all deine Schuld vergibt …» – die Schuld würde sie gerne vergessen, wenn sie denn könnte, Vergebung wirkt aber nachhaltiger.
«… und alle deine Krankheiten heilt, der dein Leben aus der Todesnähe erlöst …» – die Seele schüttelt einen Schauder ab, «der dich krönt mit Gnade und Erbarmen».
Jetzt ist die Seele voll dabei und singt mit durch alle 22 Verse. Von Mose und den Israeliten, die der Herr durch die Wüste geführt hat, von den Unterdrückten, die er befreit hat, von der Vergänglichkeit der Menschen und der göttli-chen Gnade von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Zum Ende des Psalms erhebt sich ein jubelnder Chor: die Engel, die starken Helden, die sein Wort ausführen, die himmlischen Heere, die treuen Diener, die seinen Willen tun, überhaupt alles, was er erschaffen hat. Auch David und die Seele loben Gott aus voller Kehle.
«Das von der Gnade-und-Erbarmen-Krone hat mir am besten gefallen», flüstert die Seele.
Von: Dorothee Degen-Zimmermann