Gottes Hilfe ist nahe denen, die ihn fürchten, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Psalm 85,10.11
Während ich meine Gedanken zu diesem wunderschönen Text schreibe, hat sich über unserer Gegend ein Sommergewitter zusammengebraut, das sich wenig später mit starkem Sturmwind, tosendem Regen und gar einigen Hagelkörnern entladen hat. Sehr heftig, aber auch kurz. Kaum ist das Regenrauschen am Abnehmen, bilden sich am Horizont bereits Wolkenlöcher, durch die gleich wieder die ersten Sonnenstrahlen durchkommen. Und dazu dieser Psalm, der vom Ablassen Gottes von seinem Zorn singt, vom Zurück-kehren der Güte Gottes, vom Zuspruch des Heils und von der Wiederkehr des Friedens. In einer einzigartigen Vision treten die guten Mächte und Energien Gottes miteinander in eine zärtliche Beziehung: Güte und Treue finden zusammen, Gerechtigkeit und Friede küssen sich! Was für ein Bild für Gottes Zuwendung zu den Menschen, zur Welt! Was für eine grossartige und weltübersteigende Hoffnung wird da in Worte gefasst! Es sind Psalmverse, die wir uns heute eigentlich aufschreiben und mit uns herumtragen müssten … Damit wir sie immer wieder lesen und uns selbst oder einander vorlesen können. Vor allem dann, wenn uns Trauer über den Zustand der gegenwärtigen Welt den Atem nimmt oder Hoffnungslosigkeit uns überrennt.
Dann rückt das Bild dieses Kusses alles in ein neues Licht!
Von: Hans Strub