Wenn ihr den HERRN sucht, wird er sich von euch finden lassen. 2. Chronik 15,2
Mit dem Suchen ist das so eine Sache. Meistens sucht man ja etwas, wenn man es verloren hat. Dazu kommt, dass man kennt, was man sucht, sonst könnte man es nicht finden.
Die Geschichte dieses Losungstexts scheint anders zu laufen. Da sind einerseits Asa und Juda, denen gesagt wird, der Herr ist mit euch. Gott ist also, wenn auch nicht unmittelbar erkannt, mit ihnen und lässt sich erkennen, wenn man sich auf die Suche nach ihm macht.
Anders ist die Situation mit Israel, das aus Kriegswirren und Schreckenserfahrungen kommend sich in seiner Not an Gott wendet, der sich finden lässt. Es gibt also beide Erfahrungen: ein Finden aus der Beständigkeit eines Lebens mit Gott, wo Gotteserfahrung immer neu entsteht; und ein Finden aus der Erfahrung von Not und Schrecken, wo wir auf der Suche nach Schutz und Geborgenheit sind.
Und, kaum gerettet, jubelt das Volk und verspricht Besserung. So geht die Geschichte weiter, das Volk wendet sich Gott unter Jubel und Freudengeschrei zu, verspricht treu zu sein, auf der Suche zu bleiben.
Dass das nicht leicht ist, nie leicht war, zeigt nicht allein die Geschichte Israels, auch meine Geschichte zeigt dies immer wieder. Gott zu suchen, seine Werte in die gesellschaftliche Praxis umzusetzen, stellt sich als Aufgabe. Aber Selbstzweifel sei gestattet! Ob Gott sich finden lässt, bleibt dann wohl ihm selbst überlassen.
Von: Gert Rüppell