Die Völker, die um euch her übrig geblieben sind, sollen erfahren, dass ich der HERR bin, der da baut, was niedergerissen ist, und pflanzt, was verheert war. Hesekiel 36,36

Der Prophet Ezechiel meldet sich zu Wort, als das Gottesvolk sich in der babylonischen Gefangenschaft befindet. Auch seine prophetischen Botschaften stehen in einem Spannungsverhältnis, wenn nicht in direktem Widerspruch zu dem, was offensichtlich scheint: Nein, das babylonische Grossreich, das Jerusalem und Juda mühelos verschluckt hat, bleibt nicht bestehen. Nein, die Götter, von denen Babylon behauptet, sie hätten ihm zum Sieg verholfen, sind nicht stärker als der Ewige, den Israel verehrt. Und nein, Gott hat sein Volk nicht aufgegeben.

Ezechiel weiss, dass das schwer zu glauben sein mag, doch genau solchen Glauben will er mit den Worten wecken, die er in Gottes Namen ausrichtet: Gott ist der Gott des Lebens. Gott schafft Leben. Gott erhält Leben. Gott erneuert Leben. Gott lässt Leben sogar aus dem Tod auferstehen!

Der Ewige löste sein Versprechen nicht so ein, dass das Volk triumphierend heimkehren und noch einmal ein militärisch und wirtschaftlich starkes Reich aufbauen konnte. (Das Prophetenwort eignet sich also schlecht als Begründung für gewalttätigen Nationalismus.) Aufgebaut und fruchtbar wurden durch Gottes Geist der Glaube, das Nachdenken über und das Feiern von Gottes Handeln und Gegenwart. Gottes Macht wird im Wort erfahren.

Von: Benedict Schubert