Leben und Wohltat hast du an mir getan, und deine Obhut hat meinen Odem bewahrt. Hiob 10,12

Als ich «Hiob» las, dachte ich: nein. Als ich den Text las,
dachte ich: ja. Warum?
Zunächst und zuallererst: Es geht um mich und um Gott.
Ganz direkt – ohne Herumgerede.
Mit zwei schlichten Verben spricht der Vers von dem, was
Gott tut und immer schon getan hat: tun, bewahren. Gott
ist aktiv, Gott schafft und bewahrt seine Schöpfung. Gut.
Wie grossartig dieses göttliche Tun ist, wird durch vier Substantive
ausgemalt: Leben, Wohltat, Obhut, Odem. Leben
und Wohltat hat Gott erwirkt. Leben – wir sind nichts ohne
Leben. Wie oft nehmen Menschen dieses Leben als gegeben,
selbstverständlich … und wie oft nehmen Menschen anderen
Menschen das Leben, ohne mit der Wimper zu zucken,
selbstverständlich … Und doch: Gott will das Leben und das
Wohl aller – nicht nur mein eigenes. Wie gering ich auch
bin – Leben und Gutes habe ich Gott zu verdanken.
Dann: Gottes Obhut hat meinen Odem bewahrt. Gottes
Fürsorge bewirkt, dass wir immer noch und trotz alledem
atmen und leben können.
Diese Substantive stehen fest und wanken nicht. Und Gott
hat geschaffen, er wirkt und er wird bewahren. Es geht um
Gott und um mich. Es bleibt dabei. Punkt.

Von: Barbara und Martin Robra