Ich habe erkannt, HERR, dass der Mensch nicht
über seinen Weg bestimmt. Jeremia 10,23
Eigenständigkeit ist für die meisten von uns ein zentrales
Bedürfnis. Schon als Teenager streben wir nach Eigenständigkeit,
ohne Bevormundung durch unsere Eltern! Ich erinnere
mich, wie sehr ich als junger Mann meinen Weg selbst
bestimmen wollte.
Nun sind seit damals einige Jahre ins Land gegangen, und
in der Rückschau taucht schon mal die Frage auf, wie eigenständig
war das eigentlich alles, wie viel haben andere daran
mitgewirkt, was aus mir geworden ist? Gab es eine vielleicht
gar nicht wahrgenommene Fremdbestimmung meines
Lebenswegs? Gab es Dinge, die so in mir angelegt waren, dass
ich sozusagen gar nicht anders konnte, als so zu handeln,
wie ich handelte? Gab es ein «Vor» der Fremdbestimmung?
Diese Erkenntnisse drücken für mich die Worte Jeremias aus.
Hier wird auf Wegweiser verwiesen, die zweifelsfrei auch in
meinem Lebensweg zu finden sind. Erkenntnisse, die mich
demütig machen. Denn es gilt doch einzusehen, dass nicht
alles, was ich mir als Eigenleistung zuschrieb, wirklich Eigenes
war! Vielmehr wird deutlich, dass es auch immer schon
das Andere gab, das Unverfügbare, das ich im Rückblick
den Ratschluss Gottes nenne. Offensichtlich hat nicht nur
eigenes Werk, sondern ebenso Gottes Führung meinen Weg
bestimmt!
Ein Leben in Kooperation: Gott sei Dank!
Von: Gert Rüppell