Vor dem HERRN her kam ein grosser und gewaltiger Sturmwind, der Berge zerriss und Felsen zerbrach,
in dem Sturmwind aber war der HERR nicht. Und nach dem Sturmwind kam ein Erdbeben, in dem Erdbeben aber war der HERR nicht. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer, in dem Feuer aber war der HERR nicht. Nach dem Feuer aber kam das Flüstern eines sanften Windhauchs. 1. Könige 19,11–12

Elia begegnet Gott am Berg Horeb. Dort hatte er nach dem Blutbad an den Baalspropheten vor dem Zorn Isebels Zuflucht gesucht. Gottes Kommen wird durch eine Reihe von Naturereignissen angekündigt. Jedoch je näher Gott kommt, steigert sich nicht die Macht und Gewalt der Ereignisse. Im Gegenteil: Nach gewaltigem Sturmwind, Erdbeben und Feuer beginnt Gott erst beim «Flüstern eines sanften Windhauchs» mit Elia zu sprechen.
Dass Gott sich in der Stille finden lässt und zu sprechen beginnt, ist eine Erfahrung christlicher Mystiker wie Hildegard von Bingen oder Meister Eckhart. Auch du kannst die Stille in dir selbst hören. Sie öffnet einen meditativen Weg zum Gebet, den du jederzeit beschreiten kannst. Was du brauchst, ist Zeit für dich selbst, um ganz ruhig zu werden, dem Nichts Raum zu geben in dir und darin Gottes Nähe und Zuspruch zu spüren.

Von: Barbara und Martin Robra