Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist! Psalm 144,15

Auf David, Vorbild aller Könige, wird der Psalm zurückgeführt. Er ist ein Danklied für militärische Erfolge (das wäre einen nachdenklichen Kommentar wert) und für alles Gute, das die Schöpfung denen bietet, die das Land bewirtschaften. Unser Losungsvers ist das jubelnde Fazit: Uns geht es gut, weil wir unter dem Schutz und Segen dessen stehen, der versprochen hat, er werde jeweils aufs Neue bei und mit uns sein: «Ich bin der, der mit euch geht und ist.» (Exodus 3,14) Können wir einstimmen in diesen strahlenden Schlussvers? Sind wir in der Schweiz noch ein Volk, dessen Gott der Ewige ist, oder haben wir den Lebendigen eingetauscht

gegen andere Götter?

Ich erkenne in unserer Gesellschaft immer noch Zeichen dafür, dass und wie Gottes Wort und Wille unser Zusammenleben geprägt hat: Wir haben ein Sozialsystem, das die Schwachen und Armen achtet. Alte und Kranke wer-den an manchen Orten noch nicht als Einkommensquelle genutzt, sondern mit Liebe gepflegt und versorgt. Es gibt da und dort Beispiele für eine Gastfreundschaft, die Fremden die Möglichkeit gibt, «sich zur Freundschaft anzubieten». Indem ich den Psalmvers mitbete, verpflichte ich mich, dafür einzustehen, dass diese Zeichen nicht verschwinden, sondern gestärkt werden. Manchmal reicht dafür übrigens der Stimmzettel.

Von: Benedict Schubert