Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder, spricht der HERR, denn ich bin euer Herr! Und ich will euch holen und will euch bringen nach Zion. Jeremia 3,14

Da scheint jemand ganz schön in die Irre gegangen zu sein.
Man kann sich da fast an die Zeit der eigenen Pfadfinderei
erinnern, aber auch an Schulzeiten, wo es Orientierungsläufe
gab. Wenn man im Wald oder in den Bergen vom Pfad
abkommt, kann einem schon recht mulmig werden.
Nun macht uns die heutige Technik das Leben an diesem
Punkt leichter. Schliesslich gibt es Navis, Wander- und Orientierungs-
Apps, ohne die man in den Städten und auf dem
Land schon gar nicht mehr zurechtkommt.
Aber Abtrünnigsein ist ja etwas anderes als Verirrtsein.
Abtrünnigsein bedeutet doch, dass ich meine bisherigen
Werte und Freunde verrate und mich von ihnen abwende.
Abtrünnige verorten sich fort von einem Wert, einer Vereinbarung.
So etwa vom Wertekanon der Thora, und im Neuen
Testament von den Werten der Bergpredigt.
Da kommt die Kompassnadel ins Spiel: Ich bin euer Herr,
ich will euch holen und bringen nach Zion. Gott bietet sich
als Navi zum Zielpunkt an, wenn ich in die Irre gegangen,
vom Weg abgekommen bin und mich im Gestrüpp verfangen
habe, einem Zielpunkt, der Herkunfts- und Zukunftsort
zugleich ist.
Für diese Verlässlichkeit bin ich dankbar.

Von: Gert Rüppell