Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken!
Wie ist ihre Summe so gross! Psalm 139,17
Das Staunen über die Schöpfung ist ein Grundton im
Psalm 139. Im Unterschied zu bekannten Bibeltexten geht
es hier nicht um das Werden von Himmel und Erde. Über
die Entstehung des Lebens wird auf eine ganz andere Art
geredet. Der Psalmbeter denkt darüber nach, wie sein eigenes
Leben angefangen hat: als winziger Embryo im Schoss
der Mutter. Er sagt zu Gott: «Du hast mich gewoben im Leib
meiner Mutter. Schon damals haben mich deine Augen gesehen.
» Der Losungsvers fasst die Verwunderung in Worte.
Wenn Gott es ist, der Leben ermöglicht, dann kann man
über seine Ideen nur staunen: «Und mir, wie kostbar sind
mir deine Ideen, o Gott! Wie mächtig sind ihre Zahlen!»
Man könnte versuchen, Gottes Gedanken durch Messen
und Zählen in den Griff zu bekommen. Aber der Plan scheitert,
denn die Zahl ist viel zu gross. «Ich will sie zählen – sie
sind zahlreicher als der Sand.» Die eifrigen Überlegungen
haben zu einem Zustand geführt, der dem Traum ähnlich ist.
Doch der Beter kehrt zurück in die Realität und sagt: «Ich
bin aufgewacht – und ich befinde mich immer noch in der
Gemeinschaft mit dir.» (Vers 18) Hier liegt der eigentliche
Grund für das Staunen.
Der Beter kennt einen Gott, der zu ihm sagt: «Ich bin bei
dir. Ich begleite dich und zeige dir den guten Weg, an allen
Tagen deines Lebens.»
Von: Andreas Egli