Der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer
und ein eifernder Gott. 5. Mose 4,24
Diese Aussage von Gott kann uns erschrecken: Denn wer wird von so einem mächtigen Feuer verzehrt? Wir! Gemeint ist im 5. Buch Mose das Volk Gottes Israel. Aber könnten wir angesichts der schrecklichen Kriege, der ungeheuren Gewalt in unserer Welt und der grossen Ungerechtigkeit dieses Wort nicht auch auf uns beziehen? Was bedeutet das?
Wenn wir das gesamte 4. Kapitel lesen, sehen wir, dass es hier um die Erinnerung an den ersten Bund Gottes mit seinem Volk geht – und dieser Bund beruht auf Gegenseitigkeit. Eigentlich ist es ein Dreierbund: Bund Gottes mit den Menschen, der ihnen seine Güte und Barmherzigkeit zusagt und zugleich Treue der Menschen Gott gegenüber bedeutet, die sich wiederum in treuen und gerechten Beziehungen der Menschen untereinander konkretisiert. Die Zehn Gebote haben sie, haben wir als Leitlinien dafür empfangen. Ich verstehe den eifernden Gott dabei als denjenigen, der uns Unheil verkündet, das die unausweichliche Folge der Übertretungen sein wird. In den späteren Versen verspricht Gott den Seinen, dass es ihnen gut gehen wird, wenn sie diesen Bund ihrerseits halten, «denn der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott» (Vers 31).
Ich glaube daran und ich finde diese Warnung und zugleich Zusage eine gute, realistische und hilfreiche Richtschnur unseres Lebens.
Von: Elisabeth Raiser-von Weizsäcker