Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde. Psalm 111,1
Die «Zwillingspsalmen» 111 und 112 sind ein kleines ABC des Glaubens respektive des Handelns. Eingeleitet wird es durch den Lobruf «Halleluja!» (Lobet Jahwe, den Herrn!) Damit beginnt jeder Glaube: mit einem tiefempfundenen Dank an die Kraft, die Leben schenkt und Leben begleitet und bewahrt. Das geschieht aber nicht nur im stillen Kämmerlein, sondern in aller Öffentlichkeit. Freude und Dankbarkeit, dass ich einem solch grossartigen und einzigartigen Gott vertrauen darf, müssen geteilt werden. Im kleinen und im grossen Kreis. In der Gemeinschaft der Glaubenden wird der Glaube konkret: Ich finde mich eingebunden in eine Gemeinde von Ähnlichdenkenden, ich nehme Anteil an dem, was andere empfinden oder was anderen widerfährt. Es entsteht eine Solidarität, die mich einerseits verpflichtet, mich andererseits aber auch selber trägt. Glauben ist keine Privat-«Sache», sondern ist gelebtes Leben in Verbindung mit anderem Leben! Der gemeinsame Grund ist das Wissen um den geschenkten Boden für unser Sein im Zusammenspiel mit der Welt, die ebenfalls gegeben ist. Das ist also etwas, das unser ganzes Wesen und alle unsere Sinne und Glieder umfasst und fordert. Im Tageswort kommt das in der Formulierung «von ganzem Herzen» anschaulich zum Ausdruck: Wer glauben kann, nimmt Gott und die Welt mit Augen und Ohren und vor allem mit dem Herzen wahr!
Von: Hans Strub