Der HERR hebt auf den Dürftigen aus dem Staub. 1. Samuel 2,8
Ist das so? Werden dieser Tage alle, die ich als Bedürftige sehe, aus dem Staub gehoben? Geht es den Menschen, die ihre Angehörigen unter dem Schutt, der Aggression der Mächtigen hervorklauben, jenen, die keine Unterkunft oder Nah-rung mehr finden und unter Brückenbögen nächtigen, oder jenen, die wegen Unwettern Hilfe erhoffen, geht es ihnen so, dass sie aus dem Staub gehoben werden?
Ich drehe die Frage einmal um. Wer ist der Herr, auf dessen Handeln hier verwiesen wird? Eine abstrakte, jenseitige Grösse? Meint «Herr» hier möglicherweise all jene, die aufhorchen, wenn in der Schrift von Bedürftigen als den Witwen und Waisen, Unterdrückten und Versklavten die Rede ist? Sind die Bedürftigen jene, die, wie einst Israel, als Volk durch endlose Wüsten wandern, um gelobtes Land zu finden? Ist es hier, wo der Bahnhof, das Schlauchboot, der Grenzzaun zum Punkt wird, wo Bedürftige aus dem Staub ihres Elends gerettet werden könnten – von uns? Ist es hier, wo das Aufheben für eine Willkommenskultur steht? Ist es hier, dass der Herr in unserer Gestalt sich an die Arbeit macht? Wird hier den Bedürftigen die Hoffnung nach Erhe-ung, nach Wohlergehen begegnen?
Steht hier «wir schaffen das»?
Von: Gert Rüppell