Der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre. Jesaja 58,11

Die Erntedankfeiern sind noch nicht lange vorbei. Doch in Österreich haben viele Bauern und Bäuerinnen heuer wenig zu feiern. Die Trockenheit im Frühjahr war aussergewöhnlich. Als Ende Mai endlich Regen fiel, kam er für viele Kulturen zu spät. Die Ernteausfälle sind beträchtlich. Zwar wird deshalb niemand hungern, für manche Betriebe aber ist die Dürre existenzbedrohend.

Hunger und Dürre waren auch für die Menschen im babylonischen Exil keine abstrakten Begriffe. Sie lebten in Unsicherheit und Mangel. In diese Situation hinein erklingt diese Verheissung. Dabei geht es in den Versen zuvor auch ums Teilen der Nahrung. Gottes Verheissung und menschliche Verantwortung gehören zusammen. Wer Not wahrnimmt und teilt, wird selbst erfahren, dass Gottes Segen trägt.

Das erinnert mich an meine neugeborene Enkelin. Wenn sie Hunger hat, kennt sie kein Vertrösten. Sie ist ganz darauf angewiesen, dass ihre Mutter sie rasch stillt. Für sie ist Nahrung eine Frage des Lebens.

Vielleicht lädt uns der Prophet dazu ein, anzuerkennen, wie sehr wir alle auf Fürsorge angewiesen sind – auf die Fürsorge anderer Menschen und auf Gottes Begleitung. Die Verheissung gilt dort, wo Menschen um ihre Existenz bangen, wo Zukunftsängste wachsen oder wo wir spüren, wie verletzlich das Leben ist.

Von: Barbara Heyse-Schaefer