Ihr sollt einer mit dem andern reden: «Was hat der HERR geantwortet?» und: «Was hat der HERR gesagt?» Jeremia 23,35

Jeremia hat es schwer. Schon bei seiner Berufung wird ihm mulmig: «Ich tauge nicht zu predigen.» (Jeremia 1,6) Der Auftrag Gottes ist eine Nummer zu gross für ihn. Und er hat recht mit seinen Befürchtungen: Meistens predigt er nur tauben Ohren, ständig muss er gegen den Strom schwimmen, wird angefeindet und bedroht. Und dann die falschen Propheten, die sagen: «Hört nicht auf diesen Schwarzseher. Macht weiter so. Es wird schon gut gehen.»

Ähnliche Töne höre ich auch heute. Mächtige Stimmen. Stimmen, die den menschengemachten Klimawandel leugnen: «Nur weiter so. Es wird schon gut gehen.» Und ich erlebe Menschen, die sich für ihre unmenschliche Politik auf die Bibel berufen. Donald Trump beispielsweise behauptete nach dem gescheiterten Attentat vom Juli 2024, dass Gott ihn gerettet habe, und nur er könne nun Amerika retten. Und viele Menschen glauben das.

Was soll ich glauben? Ich bin nicht Jeremia. Und das ist gut so. Ich muss nicht allein glauben. Ich kann, soll und darf mit anderen reden. Gemeinsam hören wir auf Gottes Wort und fragen nach seinem Willen, der auf Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung seiner guten Schöpfung zielt.

Auf unser gemeinsames Suchen und Fragen wird er antworten. Und so manches Mal erlebe ich das auch beim Lesen und Schreiben der Bolderntexte.

Von: Armin Schneider