Der HERR ist des Armen Schutz, ein Schutz in Zeiten der Not. Psalm 9,10

Dank und Lobpreis, freudiger Triumph und vertrauensvolle Vergewisserung, Verwünschung der Feinde, Zweifel und inständiges Bitten um Gerechtigkeit und Recht … – Es ist eine Achterbahn der Gefühle und Stimmungen, in die mich der Psalm hineinnimmt. Die dahinterliegenden Erfahrungen kann ich nur erahnen. Von Feinden, die zurückweichen und vernichtet sind, ist die Rede (Verse 4 und 7); denn «Gott wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit» (Vers 9). Aber die Bedrängnis scheint noch nicht vorüber: «HERR, sei mir gnädig; sieh an mein Elend unter meinen Feinden» (Vers 14), fleht der oder die Betende. Der Losungsvers, den die Bibel in gerechter Sprache (BigS) texttreuer übersetzt: «Die EWIGE ist Zuflucht für die Unterdrückten, Zuflucht in Zeiten der Bedrängnis», erscheint da in der Mitte des Psalms wie ein Anker, an dem sich die Hoffnung auf Rettung festmachen kann. Von hier spannt sich der Bogen zur so dringlichen wie aktuellen Schlussbitte: «HERR, steh auf, dass nicht Menschen die Oberhand gewinnen …, dass die Völker erkennen, dass sie Menschen sind» (Verse 20 ff.).

Dass wir Menschen sind und nicht Gott! Diese grund-legende Erkenntnis stärkt mein Gottvertrauen. Sie befähigt mich zu handeln, sie macht mich frei für ein Leben im Angesicht Gottes: aufrecht und fröhlich, vertrauend seiner Gerechtigkeit, dankbar, verantwortlich und ohne Furcht vor selbsternannten Möchtegern-Göttern. Denn: «Die EWIGE ist Zuflucht in Zeiten der Bedrängnis.»

Von: Annegret Brauch