Keiner wird zuschanden, der auf dich harret; aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter. Psalm 25,3

Warten gehört zu den schwersten Übungen des Glaubens. Wir warten auf Antworten, auf Heilung, auf Richtung. Manchmal scheint es, als bliebe der Himmel verschlossen. Im Psalmwort steht: Wer auf Gott harrt, wird nicht zuschanden. Das ist keine Vertröstung auf später, sondern ein tragfähiges Versprechen für heute. Gottes Ehre ist mit seinem Wort verbunden: Er lässt die Hoffenden nicht ins Leere laufen.

Harren ist mehr als passives Ausharren. Es ist ein gespanntes, ausgerichtetes Warten auf Gott hin. Im Harren, ja im Warten lernen wir, dass Gottes Zeit anders tickt als unsere. Er verfehlt nie den rechten Augenblick, auch wenn er selten unseren Kalender unterschreibt. Wer so wartet, wird innerlich nicht zerbrechen, selbst wenn äusserlich manches wankt. Demgegenüber stehen die «leichtfertigen Verächter» – Menschen, die Gottes Wege gering achten, die Warnungen überhören, die Ernsthaftigkeit des Glaubens belächeln.

Vielleicht stehst du an einer Schwelle, an der sich Ungeduld breitmacht. Vielleicht ringst du um eine Entscheidung. Dann lass dich durch dieses Wort stärken.

Halte fest: Gott sieht, Gott weiss, Gott handelt.

Von: Carsten Marx