Als Jesus schon nahe am Abhang des Ölbergs war, fing die ganze Menge der Jünger an, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme über alle Taten, die sie gesehen hatten. Lukas 19,37
Heute ist mir bei diesem Vers interessanterweise der
«Abhang» ins Auge gesprungen. Eigentlich eine Nebensache.
Aber auf der anderen Seite sind solche Erwähnungen in
der Bibel meistens sehr genau gesetzt. Da ist wenig zufällig.
Der Abhang ist ein Ort, an dem sich etwas ändert. Ziemlich
grundsätzlich. Er markiert eine entscheidende Wegmarke,
einen Übergang. Der Vers gehört zum Palmsonntag. Die
Menschen freuen sich. Sie jubeln. Vier Verse später lesen wir,
dass Jesus über Jerusalem weint. Und fünf Tage später wird
aus dem «Hosianna» das «Kreuzige ihn!».
Gerade komme ich aus der Kirche und lese deine Zeilen. Als
Gemeinde haben wir Morgengebet gefeiert und gesungen:
«Laudate omnes gentes, laudate Dominum.» (Lobsingt, ihr
Völker alle, lobsingt und preist den Herren, Psalm 117) Im
heutigen Vers loben die Menschen Gott. Sie jubeln. Vielleicht
singen sie auch. Dann kippt die Stimmung und Hass
breitet sich aus. Weshalb genau? Der Grat zwischen Gotteslob
und Menschenhass scheint sehr schmal zu sein. Ich will
das im Auge behalten, damit mein Gotteslob nicht plötzlich
kippt.
Von: Lars Syring und Chatrina Gaudenz