Ich hörte die Stimme des HERRN, wie er sprach: Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein? Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich! Jesaja 6,8

Fehlanzeige! Bei dieser Berufungsgeschichte, die nicht am
Anfang des Jesajabuchs steht, handelt es sich nicht um eine
typische Geschichte. Vielmehr erhält der Prophet den Auftrag,
den Menschen Augen und Mund zuzukleben und die
Ohren zu schliessen. Also erhält Jesaja nicht einen Verkündigungsauftrag,
sondern das Gegenteil. Das Ziel soll es sein,
die Menschen zur Umkehr aufzufordern. Mit Blindheit und
ohne zu hören, sollen sie zu Gott, der Lebendigen finden.
Keine einfache Aufgabe. Und doch: In all dem Geschwätz,
den Mails, den SMS und den sozialen Medien ist die Stille
heute gar nicht mehr denkbar. Und doch, so wünsche ich
mir, ist die Stille ein Geschenk. In der Stille können wir ruhig
werden, können auf den Gesang der Vögel hören, können
die Wunder der Natur wahrnehmen. Manchmal denke ich
einfach: «So schweigt doch bitte!» Und ich frage mich dann,
ob Umkehr möglich ist.
Meine Umkehr zum Leben, die Umkehr der Mächtigen zur
Gerechtigkeit, die Umkehr zu Gottes Schöpfung. Umkehr
mag ein Traum sein. Aber so, wie Jesaja den Auftrag angenommen
hat, können auch wir darauf vertrauen, dass der
Traum da und dort Wirklichkeit wird.
Begleite du uns auf unserem Weg zur Umkehr zu dir und
zum Leben.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud