Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist. Micha 5,1

Das Kleine wird gross. Nicht das mächtige Jerusalem, sondern
das kleine Bethlehem wird zur Stadt des Wirkens
Gottes. Dort beginnt, was von «Anfang und Ewigkeit her»
bestimmt ist.
Doch was heisst das – Anfang und Ewigkeit? Die Erde entstand
vor Milliarden Jahren. Wo war unser Anfang? Wo ist
unser Ausgang? Unser Denken stösst an Grenzen.
Der Beginn des Lebens lässt sich nicht auf einen Moment
festlegen. Entsteht bei der Befruchtung Leben? Da ist doch
schon Leben! Leben entsteht und vergeht in Übergängen.
Das Sterben ist auch ein Prozess. Ein Geschehen mit verschiedenen
Schwellen.
Der Text spricht von einem Ursprung, der weiter zurückreicht
als unsere Vorstellung – von Ewigkeit her. Wenn Gott
seine grössten Geschichten an den kleinsten Orten schreibt,
dann ist das Ewige nicht fern. Das Unscheinbare ist gegenwärtig,
mitten unter uns, und gleichzeitig versuchen wir den
Ewigen, Gott, zu verstehen und zu ergründen. Aber da gilt,
was Ulrich Zwingli schrieb: «Wir wissen aus uns nicht, was
Gott ist, ebenso wenig, wie ein Käfer weiss, was der Mensch
ist.» Gott suchen und finden wir immer wieder in seinen
Worten, in seiner Schöpfung und in seinen Geschöpfen.

Von: Simon Sigrist-Hellingman