Autor: Simon Sigrist

27. Februar

Ach, HERR, lass doch deine Ohren aufmerken, dass du das Gebet hörst, das ich jetzt vor dir bete Tag und Nacht für deine Knechte. Nehemia 1,6

Nehemia richtete ein Klagegebet an Gott. Die Tore Jerusalems waren niedergerissen und durch Feuer verbrannt und zerstört. Nehemia betete Tag und Nacht für seine Brüder und Schwestern. Für das Volk Gottes. Während der tagelangen Trauer fastete Nehemia und bat Gott um die Treue und um den Bund, den Gott mit dem Volk geschlossen hatte. Nehemia war sich bewusst, dass das Volk gesündigt hatte, und daher verstand er auch die Zerstörung und Zerstreuung. Dennoch bat er Gott, sein Gebet zu erhören. Nehemia betete ohne Unterlass, und die Gebete wurden später auch erhört. Die Mauern Jerusalems wurden wieder aufgebaut – unter der Bauleitung Nehemias – und die Heilige Stadt wurde wiederhergestellt.
Es gibt Momente, da fühlen wir uns gleich wie Nehemia. Wir beten Tag und Nacht für andere und Gott erhört die Gebete nicht. Wir schreien in die Nacht. Es ist das Gefühl, von Gott verlassen zu sein. «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. Ich rufe bei Tag, ich rufe bei Nacht. Ich finde doch keine Ruhe.» (Psalm 22,1–3)
Doch immer wieder dürfen wir darauf vertrauen: Gott hört uns, Gott überrascht uns, manchmal nicht so, wie wir es uns vorstellen können. Aber die Veränderungen kommen.

Von: Simon Sigrist-Hellingman

26. Februar

Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis
zum vollen Tag.
Sprüche 4,18

Mystisch, atemberaubend, spektakulär. Die Lichtverhältnisse um den Sonnenaufgang verändern sich von Minute zu Minute. Der Tag bricht an, die Vögel zwitschern, der Himmel wird immer heller, aus dem dunklen Blau wird Hellblau, und plötzlich schiebt sich der tiefrote Sternenball langsam über den Horizont. Man blickt in die Sonne und wird noch nicht geblendet, aber die Sonne strahlt. Nach wenigen Minuten ist der Tag da. Der Ball ist zuerst gelb, dann blendend weiss, die Wärme wirkt, alles glänzt: Der volle Tag ist da.
Immer wieder dürfen wir über Gottes Schöpfung staunen. Dieses Spektakel entsteht tagtäglich in der Natur, und immer wieder werden wir bei genauem Hinsehen überrascht. Wir entdecken Überraschendes auf der Suche nach dem Pfad der Gerechten. Dem Pfad, der von Gott vorgezeichnet wird. Wir dürfen staunend das Vertrauen auf Gottes Führung in unserem Leben stärken. Auch wenn wir mal durch ein dunkles Tal gehen (Psalm 23,4), findet sich immer wieder ein Licht am Morgen, ein Glänzen bis zum vollen Tag. Das Licht leuchtet uns bis zum letzten Tag und darüber hinaus.
Es ist Gottes Pfad, die Zusage: Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)

Von: Simon Sigrist-Hellingman