So spricht der HERR: Ich gedenke der Treue deiner Jugend und der Liebe deiner Brautzeit, wie du mir folgtest in der Wüste, im Lande, da man nicht sät. Jeremia 2,2

Die Beziehung zwischen Gott und Jeremia ist keine romantische,
sondern eine tiefe, persönliche und oft schmerzhafte
Liebe.
Gott hat Jeremia schon im Mutterleib erkannt und erwählt
(Jeremia 1,5). Jeremia ist nicht zufällig Prophet – er ist gewollt.
Die Beziehung geht auf die einseitige Initiative Gottes zurück.
Jeremia ist zunächst überrumpelt.
Jeremia aber antwortet. Er lässt sich von Gott erwählen,
ja «verführen». Es ist eine Beziehung voller Nähe, in der Jeremia
sein Leid, seine Angst und Einsamkeit klagen kann
und Gott ihn tröstend hält, auch wo Jeremia verspottet,
verfolgt und ins Gefängnis geworfen wird.
Die Beziehung zwischen Gott und Jeremia (stellvertretend
für das Volk Israel) ist eine Liebe des Bundes – eine tiefe, existenzielle
Bindung zwischen Schöpfer und Berufenen.
«Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu
mir gezogen aus lauter Güte.» (Jeremia 31,3)
Vielleicht finden auch wir uns in diesen Worten wieder –
mit unseren eigenen Wüstenzeiten und der Erfahrung, dass
Gottes Nähe trägt.
Ich bin gemeint. Ich bin gewollt. Ich bin geliebt.

Von: Barbara Heyse-Schaefer