Gott, du bleibst, wie du bist, und deine Jahre
nehmen kein Ende. Psalm 102,28

Menschen straucheln und fallen, ihre Macht und ihr Einfluss sind vergänglich. Gott bleibt unveränderlich, beständig wie ein Fels, ewig in seinem Wesen, zuverlässig in seinem Handeln. Dieser Gedanke gibt vielen Menschen Halt und Stütze in unsicheren Zeiten.
Doch dieses Gottesbild ist mir persönlich zu unnahbar und zu unbeweglich. Die Bibel zeigt doch auch, dass Gott in der Beziehung mit uns Menschen «mitgeht». Es gereut ihn, er verändert sein Handeln als Antwort auf unser Denken und Handeln.
Gottes Wesen bleibt treu, aber sein Wirken zeigt Dynamik: Er begegnet uns in Liebe, Geduld und Gnade, angepasst an unsere Not, unsere Fragen und unsere Entwicklung.
So ist Gott nicht statisch, sondern in einer Beziehung zu uns erfahrbar. Er wächst mit uns, reagiert auf uns, lädt uns ein, zu antworten, zu lernen und zu handeln.
In dieser Spannung aus Beständigkeit und Beziehung liegt für mich Hoffnung: Wir können uns auf Gott verlassen, und zugleich dürfen wir erfahren, dass unser Gebet, unsere Begegnung mit ihm das Leben verändert – nicht nur unser eigenes.

Von: Barbara Heyse-Schaefer