Wer glaubt dem, was uns verkündet wurde,
und an wem ist der Arm des HERRN offenbart? Jesaja 53,1
Das Gebet von Dietrich Bonhoeffer, das für heute als dritter Text im Losungsbüchlein steht, spricht mir aus dem Herzen: «Daran entscheidet sich heute Gewaltiges, ob wir Christen Kraft genug haben, der Welt zu bezeugen, dass wir keine Träumer und Wolkenwandler sind.»
Auch wenn wir nicht wissen, wem Gottes Arm offenbart ist, können wir an unserer Überzeugung festhalten. Festhalten daran, dass der Gott des Lebens uns die Kraft schenkt, uns für das Leben und die Würde der Menschen einzusetzen. Ob das genügend verkündigt wird, spielt keine so grosse Rolle. Unsere Stimme und unsere Kraft sind gefragt. Auch und gerade in der Situation, wie wir die zerrissene Welt und die vielen Kriege mit den leidenden und toten Menschen erfahren, zählt unsere Kraft.
Weil ich meine Stimme nicht mehr in der Öffentlichkeit erheben kann, brauche ich sie für das Gebet und für Gespräche mit den Menschen, die mit mir unterwegs sind. Eines wird mir aber immer klar bewusst: Kriege und Aufrüstung bringen keinen Frieden. Kürzlich habe ich gelesen, dass wir gescheiter von Abrüstung als von Aufrüstung reden sollen.
Der Arm Gottes, der Lebendigen, wird uns als Wegweiser dienen. Und mit dieser Überzeugung sind wir weder Träumer noch Wolkenwandler.
Von: Madeleine Strub-Jaccoud