Schlagwort: Markus Bürki

8. April

Bedrückt nicht die Witwen, Waisen, Fremdlinge
und Armen! Sacharja 7,10

Es geht auch heute beim Bibelwort weiter mit den Fremdlingen. Bedrückt sie nicht mit noch mehr Auflagen, Forderungen, Formularen, Anpassungswünschen etc., gebt ihnen einfach, was sie zum Überleben brauchen – nicht mehr und nicht weniger. Wenn ich die Geschichten lese, wie Geflüchtete auf offener See hin und her geschoben werden, bis sie untergehen, oder wie Europa sein Grenzregime immer weiter verschärft, dann sehe ich nichts von «gebt ihnen das, was sie zum Überleben brauchen» – vielmehr sehe ich ein «nehmt ihnen noch das Letzte, sonst kommen die immer wieder!»
Ja, unsere Welt ist verdammt ungerecht, einige wenige besitzen Milliarden und andere keinen Dollar pro Tag. Es ist zum Heulen. Und dann sind da noch jene, die andere Länder «übernehmen» wollen … Für mich ist diese Welt erst im Göttlichen angekommen, wenn alle frei sind, wenn Liebe strömt und wenn die Hoffnung wächst.
Ja, ein frommer Wunsch, mögen Sie sagen, aber ich brauche diese drei Visionen, um die Liebe zum Leben nicht zu verlieren. In jedem Menschen kann uns Jesus begegnen! Nehmen Sie diese Aussage einmal mit, wenn Sie abends unterwegs sind und Sie am Bahnhof von einem «Fremdling» angesprochen werden. Möge Gott Sie führen und leiten!

Von: Markus Bürki

7. April

Der HERR schafft Recht den Waisen und Witwen und hat Fremdlinge lieb, dass er ihnen Speise und Kleider gibt. Darum sollt ihr auch die Fremdlinge lieben. 5. Mose 10,18–1

Fremdlinge – ein lustiges Wort. Mir kommen da viel eher Wörter wie Ausländer, Flüchtlinge oder «die Anderen» in den Sinn. Unsere Gesellschaft kämpft sich aktuell sehr ab an der Höhe der Mauer, die um das eigene Land gestellt werden soll, oder an der Frage, wie viel Geld in was gebuttert werden soll.
Fremdlinge stören, sie bringen die falsche Kultur, das falsche Verständnis, die falsche Religion und die falsche Arbeitsmoral – die dürfen schon kommen, aber sie müssen sich halt auch ein wenig anpassen, und wenn sie das nicht machen, dann sollen sie heimgehen. Hören Sie auch solche Stimmen und Voten, liebe Lesende? Oder gehören Sie zu denen, die solches manchmal denken oder gar sagen?
Grenzen verletzen. Die Grenzen im Kopf und die um ein Land herum. – Gott setzt keine Grenzen, er (oder sie) gibt Speise und Kleider, und das sollen wir auch tun.
Öffnen Sie Ihre Wohnung für einen Fremdling? Oder Ihr Herz für einen Obdachlosen, der einen Kaffee und eine herzliche Umarmung braucht?
Und öffnen Sie Ihr Herz für diesen Jesus, der keine Mauern gebaut, sondern diese alle sprengen wollte. Jesus ist auf die Erde gekommen und die Institution Kirche hat geantwortet – leider oft herzlos.

Von: Markus Bürki

31. März

Der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen
seinen Werken, die er tut. Daniel 9,14

Die Kirchenglocken sind gerade in der ganzen Schweiz am Läuten, heute um 14.00 Uhr. Wir gedenken der Opfer in Crans-Montana. Schreckliches ist geschehen in der Silvesternacht und stündlich passiert weiter Schreckliches auf der Welt. Ist dieser unser Gott gerecht?
Kann ich Gott für das Leid und das Schreckliche auf der Welt verantwortlich machen? Nein, das kann ich nicht. Ein Gott, der alles steuert und immer alles schon plant und kennt, so einer soll mir nicht zu nahe kommen – vielmehr sehne ich mich nach dem einen Gott, der mich und uns so umwirbt und verändert, dass wir nur noch aus Liebe handeln können. Und ob nun die Katastrophe so hätte vermieden werden können, auch das kann ich nicht sagen. Wer bin ich schon, dass ich mir eigentlich zutraue, Gott zu kennen oder zu wissen, was er vorhat oder sich für uns vorstellt? Einzig hoffen kann ich, hoffen, dass Gott mit uns die Kurve kriegt, dass er möglichst viele für seine Sache, diesen einen grossen Plan, begeistern kann. Es braucht viele offene Herzen und stille Geister, die noch mehr versuchen, sich auf das leise Säuseln dieses Gottes einzulassen.
Gott ist gerecht in allen seinen Werken. Der Satz bleibt mir verschlossen, und besonders heute hadere ich einmal wieder sehr mit Gott. Gott hat uns die Freiheit gegeben zu handeln. Wir sollten sie klug nutzen.

Von: Markus Bürki

8. Februar

Der HERR hat Grosses an uns getan;
des sind wir fröhlich.
Psalm 126,3

Auch hier tropft der Überfluss an Güte und Liebe nur so zwischen den Zeilen heraus. Dem Herrn danken, einverstanden. Fröhlich sein darum, dass wir dem Herrn danken können, auch einverstanden. Aber dieses «alles wird immer gut etc.» stört mich oft beim Bibellesen. Ich sehe das mehr als eine Vision, die wir für die Welt haben sollen. Ja, Hoffnung soll bestehen blieben, da gehe ich ganz mit. Und zum Glück haben wir auch viele und schöne Klagepsalmen in der Bibel. Einmal buchstäblich «abkotzen» bei Gott, alles hinwerfen und direkt und ehrlich sein mit allem, was nicht rundläuft. Bitten, dass es gut oder besser werde. Oder eben einfach klagen und schreien und toben und wütend sein mit Gott und der Welt. Ich habe seit über fünfundzwanzig Jahren mein Ventil in der Musik gefunden. «Death Metal» als eine der härtesten Spielarten des Heavy Metal. Gerade vor kurzem war ich wieder im «Z7» in Pratteln mit Freunden an einem Konzert. Es stellt mir die Haare auf den Armen auf, wenn ich an die Stille vor dem Konzert denke. Das Intro der Band, dann das Licht, die Show, die Musik, die Lautstärke, das Leben, die Liebe, die ich für diese Menschen und dieses Genre empfinde, einfach unbeschreiblich schön. Der HERR hat mir wahrlich das Leben gerettet, ohne «Death Metal» hätte ich es nicht geschafft.

Von: Markus Bürki

7. Februar

Seine Herrschaft wird gross und des Friedens
kein Ende sein.
Jesaja 9,6

Das Jesajabuch beschreibt einen rettenden Gott. Einen, der Gerechtigkeit liebt, aber auch einiges von seinem Volk einfordert. In grossen Visionen umschreibt das Buch, wie so eine Welt voller Gerechtigkeit aussehen könnte.
Schwerter werden zu Pflugscharen, und anstelle von Kriegsgräueln gibt es Nahrung für alle. Keine korrupte Oberschicht, und am Ende werden alle Völker zusammen in Frieden und Glück leben. Schön tönt es, oder?
Diese Vision bleibt leider so lange eine Vision, bis sich auch der Hinterste und die Letzte daranmachen, nicht nur an sich zu denken (und das eigene Portemonnaie!), sondern auch an die anderen Lebewesen auf diesem wunderbaren Planeten.
Egoismus, Selbstverwirklichung, Me-Time, alles okay, aber wann ist auch einmal genug? Gestern habe ich mit einem halben Auge eine Doku im TV geschaut zum Thema Sucht und zum Umgang mit Smartphones. Es scheint noch viel schlimmer, als ich es auf meiner aktuellen «Karte» vor mir liegen habe. Das «Gebiet» hat sich so schnell und rasant verändert, dass ich mir heute wirklich überlegen muss, meinen Kindern erst mit zwanzig ein eigenes Smartphone zu erlauben… Okay, mit achtzehn, dann sind sie ja mündig.
Es bleibt mir nichts anderes, als wachsam zu sein und mich immer wieder Gott hinzuwerfen mit der Bitte: «Herr, bitte hilf mir!»

Von: Markus Bürki

8. Dezember

Du wirst mit deinem Gott zurückkehren.
Halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets
auf deinen Gott! Hosea 12,7

Das Buch Hosea kenne ich in etwa so gut wie viele wohl die
Death-Metal-Band Pantokrator. Wir können aber am gestrigen
Text anknüpfen von der Richtung her.
Sei zuversichtlich und vertrau auf deinen Gott! Hoffe, lass
nicht locker, lies deine Bolderntexte oder hör deine Podcasts,
stöbere in der Bibel und unterhalte dich mit Menschen, versuch
nicht zu schubladisieren, denk auch Unmögliches, sei
kreativ und probier auch die künstliche Intelligenz einmal
aus, bleib auf der Suche und lass dich nicht versuchen von
dieser Welt, mach tägliche stille Zeiten, hilf deinem alten
Nachbarn, hör deine Lieblingsmusik, teile deine Tränen und
deine Freuden, übe dich in Gelassenheit, mach einem hübschen
Menschen ein Kompliment, lass dich tätowieren, zeig
deinen Bauch, spende für ein Kinderhilfswerk, trag auch mal
einen Rock, trink einmal ein Bier zu viel, umarme deinen
letzten Feind, hab Erbarmen mit dem Bettler beim Bahnhof,
feiere das Leben, bring dich ein, beweg dich genügend, achte
auf deine Gedanken, sei dir selber und dem, was dir wichtig
ist, treu und halte fest an Liebe und Recht und hoffe stets
auf deinen Gott!
Das Leben ist wunderbar, voll und farbig. Und für mich
gehört dieser Gott der Liebe und der Gerechtigkeit dazu!

Von: Markus Bürki

7. Dezember

Der HERR richtet auf, die niedergeschlagen sind.
Psalm 146,8

Im Psalm 146 redet (oder singt?) der Psalmist (die Psalmistin?)
von den Gottlosen. Wer sind die Gottlosen? Wer sind
die, welche nicht mit ganzem Herzen auf die Hilfe und Treue
des Gottes Jakobs setzen? Wer sind die, welche den Wettlauf
auf der Erde nicht schaffen und nur in der Hölle enden
können? Je nach Glaubensgemeinschaft gibt es nur sehr
wenige, die richtig glauben. Wir Reformierten sind da so
oder so ziemlich von Gott abgefallen. Zu liberal, zu beliebig,
zu weltoffen, zu wenig fromm, zu unstrukturiert, zu oft mit
Nebensächlichem beschäftigt.
Ich zähle mich bei weitem nicht zu den Gottlosen! Aber ich
zähle mich auch nicht zu denen, die anderen sagen müssen,
wie «richtig glauben» geht. Meine drei im Moment prägenden
Punkte im Glauben sind:

  1. Von Gott bin ich bedingungslos geliebt und gewollt, ich
    bin gut genau so, wie ich bin.
  2. Dank Jesus Christus habe ich meine Freiheit gefunden
    und dank dem Glauben an ihn bin ich frei geworden.
  3. Im Blick auf die Welt und die Zukunft der Menschheit
    habe ich begründete Hoffnung, dass es noch einmal besser
    wird, gut kommt. Noch knapper: Ich muss nichts, weil ich
    schon gut bin, ich lebe in liebender Freiheit und ich erstarre
    nicht ob der schrecklichen Zustände in dieser Welt. «Der
    HERR richtet auf!» Schon probiert heute?

Von: Markus Bürki

8. Oktober

Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Lukas 19,5–6

Und das Volk raunte! Da geht Jesus zu diesem sündigen und reichen Betrüger und will bei ihm einkehren. Ja, der Menschensohn will das Heil für die Verlorenen bringen, für die Kranken und Geplagten, für die, welche ihn am bittersten nötig haben, darum geht er auch bei diesem Zachäus vorbei. Zachäus öffnet sein Haus für Jesus und später auch sein Herz für den Menschensohn.
Wie war das bei Ihnen? Wann haben Sie Ihr Herz für Jesus geöffnet? Bekehrungsmoment klingt für mich so radikal, aber ich kenne viele Menschen, die sich einmal gesagt haben: «Von jetzt an will ich mehr von diesem Jesus wissen, ich will mit ihm zusammen mein Leben teilen.» Oder so ähnlich. Eben doch eine Art Bekehrungsmoment.
Bei mir war das nicht so ein Moment von drei Minuten, sondern eher eine längere Zeitspanne, in der ich immer tiefer und tiefer in Glaubens- und Religionsfragen «eingesunken» bin. Sinke ich noch tiefer? Ja! Und was ist am Grund zu finden? Ich weiss es noch nicht! Habe ich Angst vor diesem Sinken? Nein! Es macht mir Freude – auch wenn ich am Grund des Sees nie ankommen werde!

Von: Markus Bürki

7. Oktober

Bei Gott ist kein Ding unmöglich. Lukas 1,37

Schaue ich die Welt an und lese ich Zeitung oder höre ich Nachrichten, so bleibt mir oft der Atem stehen oder die Spucke weg. Wenn bei Gott kein Ding unmöglich sein soll, warum läuft es dann nicht so gut auf dieser Welt? Sündig sind ja immer die anderen und schuldig sowieso auch. Mein Kopf behält die Klarheit und die anderen sind verblendet. «Gesunder Menschenverstand» lässt grüssen, wobei ich diesen nicht gepachtet habe … Auch ein Präsident von irgendwo meint immer, sein Verstand sei von Menschlichkeit durchzogen, das ist nun wirklich eine Ansichtssache.
Wir hätten aber doch Menschenrechte, die für alle gelten! Auch da leider oft eine Auslegungsfrage.
Und die Schweiz? Fürchterlich neutral und zu ruhig, steckt im eigenen Wohlstand fest. Was tun? Und wo hilft Gott?
Mein Argument: Wenn wir den roten Faden des Evangeliums erkennen und verstehen würden, hätten wir eine bessere Welt!
Ich weiss, die Auslegung des Evangeliums ist eben auch sehr breit. Was gilt also?
Waffen – Ja oder Nein?
Alle Menschen – Ja oder Nein?
Allen zu essen und zu trinken geben – Ja oder Nein?
Angriff oder Verteidigung – Ja oder Nein?
Ist der Mensch grundsätzlich gut oder schlecht – Ja oder Nein?
Was wäre mit Gott alles möglich?

Von: Markus Bürki

8. August

Ich habe mir vorgenommen; Ich will mich hüten,
dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Psalm 39,2

Ja, die Zunge kann nicht nur «gepierct» werden, sie kann auch viel Leid anrichten – und viel Schönes bewirken.
Die Zunge bringt erst die Möglichkeit, Gott zu danken. Und die Zunge ist es auch, die Jesus in einer seiner Heilungen wieder zum Leben erweckt, sodass ein Stummer wieder reden kann. Zungenrede, tödliches Gift, mörderischer Pfeil, Tod und Leben, Lügenzunge … es finden sich ganz viele Texte zur Zunge in der Bibel. Gemäss Internet sollen es über hundertzwanzig Stellen sein! Wahnsinnig, aber verständlich.
Dank der Zunge können wir uns in einer Sprache ausdrücken, dank der Zunge können wir essen, und die Zunge ist es, die uns Süss, Sauer, Salzig, Bitter und Umami erfahren lässt. Und wer erinnert sich nicht an seine schönsten Zungenküsse …
Wenn uns Gott ein so wunderbares Organ schenkt, dann sollten wir auch Sorge dazu tragen, es angemessen nutzen und nicht zu viel damit plappern. Worte verletzen, Worte zerstören. Ist vielleicht deshalb so oft von der Zunge die Rede in der Bibel? Ich weiss es nicht, finde es aber sehr spannend: «hüte deine Zunge», «es liegt mir auf der Zunge», «etwas mit tausend Zungen predigen», «mit gespaltener Zunge reden» und viele weitere uns bekannte Aussagen.

Von: Markus Bürki