Jesus betete: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. Johannes 17,26

Nein, Johannes war nicht dabei.
Das Evangelium entstand
Jahrzehnte später.
Niemand protokollierte seinerzeit
die Abschiedsreden des Wanderpredigers,
seine rätselhaften Ankündigungen,
zugleich verstörend und tröstlich.
Durchs Weitererzählen, Ausschmücken,
Dramatisieren entstand dann
der Rohstoff, aus dem Johannes –
oder wer auch immer –
das Evangelium komponierte.

Eine frohe Botschaft für uns,
wenn wir versuchen, den Kern
herauszuschälen,
wenn wir glauben,
dass es auch uns zugesagt ist:
Wir sind – grundsätzlich –
liebenswert, wer und wo
auch immer wir sind.
Das ist im Bewusstsein,
was Menschen einander antun,
verstörend und tröstlich zugleich.

Von: Heidi Berner