Mein Volk soll meiner Gaben die Fülle haben, spricht der HERR. Jeremia 31,14
Gott spricht durch Jeremia in eine Zeit von Krieg, Zerstörung
und Exil. Die Menschen haben ihre Heimat verloren.
Es herrscht Konsternation, und der Blick in die Zukunft ist
trübe. Den Verschleppten aus dem Nordreich spricht Gott
Hoffnung und Zuversicht zu. Nach der Zeit des Exils kommt
eine Zeit, in der Gott mehr gibt, als genommen wurde, ein
Widerspruch zur sichtbaren Realität.
Diese Zusage brauchen wir auch heute. Mitten in einer
Welt, die von Unsicherheit, Gewalt und Angst geprägt ist.
Wir brauchen den Blick für das neue Leben – gerade dann,
wenn Resignation naheliegt. Wir brauchen Hoffnung, die
nicht naiv ist, sondern tiefer reicht als das Sichtbare. Gott
setzt einen Anfang. Gott bringt das Gute in Bewegung.
Können wir uns diesem Guten anschliessen? Wo wir empfangen,
können wir weitergeben.
Indem wir weitergeben, wird Hoffnung konkret – wir
streuen göttliche, verändernde Hoffnung. Diese Hoffnung
zieht Kreise. Wo Menschen vergeben, teilen und barmherzig
handeln, verliert das Böse an Raum. So wächst eine Gegenkraft.
Diese Kraft zeigt uns die Wahrheit der Worte: Nicht
das Böse hat Macht über die Zukunft, sondern die Fülle der
Gaben Gottes.
Von: Simon Sigrist-Hellingman