Siehe, was ich früher verkündigt habe, ist gekommen. So verkündige ich auch Neues; ehe es denn sprosst, lasse ich’s euch hören. Jesaja 42,9

Es gibt in der Bibel eine Vielzahl von Verheissungen und
Versprechen, auf deren Erfüllung wir noch warten. Den meisten
ist gemein, dass sie von einem Frieden sprechen, der
entschieden mehr ist als blosse Abwesenheit von Krieg. Der
Friede, den sie ankündigen, ist geprägt von Gerechtigkeit,
und das meint: Die Beziehungen sind in Ordnung. Zu den
anderen, zu sich selbst und zu Gott, und zur Schöpfung.
Jesaja richtet in diesem späten Kapitel aus, dass das, was
Gott angekündigt hat, eingetroffen ist. Er wendet sich an
die aus Jerusalem Vertriebenen, und tatsächlich wird der
neue Herrscher im Orient, der Perser Kyros, der kurz zuvor
die Babylonier abgelöst hat, den Versprengten die Heimkehr
erlauben. Die Hörerin weiss, dass Gott Jeremia noch mitten
in der Belagerung bereits angedeutet hatte, dass das Exil
nicht ewig währen werde.
Ich nehme mir zu Herzen, die schönen Worte nicht zu
schnell als billigen Trost abzutun. Sie nähren unsere Fähigkeit
zur Hoffnung und sie stärken die Widerstandskraft gegen
alle, die auf den Untergang hinarbeiten.

Von: Heiner Schubert