Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Jesaja 55,1

Das 55. Kapitel im Buch Jesaia enthält eine Reihe von Einladungen.
Wer Durst hat, soll kommen, wer kein Geld hat,
bekommt zu essen, wer Gott sucht, wird ihn finden, und wer
klopft, dem wird aufgetan. Es sind Ermutigungen zum Leben
und zum Glauben.
Jesu Sprache ist regelrecht getränkt, sein Geist erfüllt von
dieser Zuversicht: «Sucht Gott, solange er zu finden ist; ruft
ihn an, solange er nahe ist.» Es sind gute Nachrichten für
alle, die hungrig und durstig sind. Aber was ist mit denen,
die gesättigt sind und ihren Durst gestillt haben? Was fangen
Menschen, die von Gott genug haben, mit dieser Botschaft
an? Ich mache die seltsame Beobachtung, dass dieselben
Menschen, die Gott gefunden haben, auch diejenigen sind,
die Gott suchen. Und ich höre von denen, die regelmässig
und intensiv beten, dass ihr Durst und ihr Hunger nach
Gottes
Nähe wächst. Körperliche und geistliche Begehren
gehen ineinander über, aber heben sich nicht auf. In der
Leibseele kann der Gottesdurst zur sprudelnden Quelle werden.
Gott suchen ist mehr als Bedürfnisbefriedigung. Wenn
Jesus sagt, «kommt her, die ihr mühselig und beladen seid»,
verteilt er keine Matratzen. Er verspricht eine seltsame Erquickung.
Er bietet uns sein Joch an. Er hofft darauf, dass wir mit
ihm gehen, seinen Durst nach Gerechtigkeit teilen und mit
ihm dem Frieden nachjagen.

Von: Ralph Kunz