Gelobt sei der HERR täglich. Gott legt uns eine Last auf,
aber er hilft uns auch. Psalm 68,20

Die Zürcher Bibel übersetzt den Text so: «Gepriesen sei der
HERR Tag für Tag. Der Gott, der uns Hilfe ist.»
Der Kommentar zu diesem Psalm sagt, er sei undurchsichtig.
Offenbar bezieht er sich auf eine schwierige Situation.
Diese wird als Last beschrieben. Die Zürcher Bibel lässt dies
weg. Ob sie uns deshalb besser gefällt? Beide Übersetzungen
sagen uns, wir sollen die Lebendige jeden Tag loben, ihr
Danke sagen. Danke für das Leben. Danke für das Mitunssein.
Danke für die Nähe. Und gerade heute, wo die Situation mit
so viel Krieg, Ungerechtigkeit, Unsicherheit auf unser Leben
drückt, sollen wir Gott, die Lebendige, loben. Es darf aber
nicht sein, dass wir das Lob daraus beziehen, dass es uns
Privilegierten gut geht. Vielmehr soll es uns Kraft schenken,
um an die Menschen zu denken, deren Würde mit Füssen
getreten wird. Die Lebendige schenkt Hilfe, gerade ihnen und
in erster Linie ihnen, auch wenn wir davon nichts spüren.
Durchhalten mit dem Lob, mit dem Glauben an die Hilfe,
durchhalten mit den Gedanken, das will mir heute unser
Text sagen. Ich glaube, dass das kein Krampf ist, sondern
einfach das, was hilft.

Danke, Gott, für deine Hilfe, die du allen Menschen schenkst.

Von: Madeleine Strub-Jaccoud