Lobt den HERRN, alle Völker!
Rühmt ihn, ihr Nationen alle! Psalm 117,1

Es ist gerade etwas schwierig in meinem Kopf. Ich bin in tiefer Trauer verbunden mit all den Menschen, die unter der Brandkatastrophe in Crans-Montana am Neujahrsmorgen leiden, und den unzähligen leidenden Menschen weltweit. Und gleichzeitig soll ich dem kürzesten Psalm folgen und Gott loben. Es ist Karfreitag, der Tag, an dem wir über den tiefen Inhalt unseres Glaubens nachdenken. Jesus wird umgebracht. Wir glauben, dass sein Tod nicht vergebens ist, sondern dass Ostern wird. Und gleichzeitig bin ich wieder beim Psalm. Meine Trauer ist nicht weggewischt, sie ist da. Ist es die Auseinandersetzung mit Karfreitag, die mir hilft? Ist es die Dankbarkeit für den Einsatz so vieler Menschen bei dieser Katastrophe? Ist es die Lebendige, die mir Kraft schenkt? Loben mag ich nicht. Aber ich kann Gott, der Lebendigen, Danke sagen, dass immer wieder Hilfe Wirklichkeit wird. Ich kann Danke sagen für das Leben, das am Karfreitag eine stärkende Bedeutung erhält. Ich kann im Gebet an all die leidenden Menschen denken. Und ich kann um Gottes Gegenwart bitten.
Sei du heute bei allen Menschen rund um die eine bewohnte Erde, die dich und deine Liebe besonders brauchen.

Von: Madeleine Strub-Jacoud