Mose sprach zu dem HERRN: Wenn nicht dein Angesicht vorangeht,
so führe uns nicht von hier hinauf. 2. Mose 33,15
Mose ist mir Vorbild dafür, dass mit Gott auch gerungen werden kann, sogar muss. Nicht um seinetwillen, sondern um derer willen, die ihm anvertraut sind, ringt Mose. Auch wenn sich diese Anvertrauten nicht gerade als folgsam erweisen. Diese Sandwichposition kennen wir auch. Da ist zum einen der Auftraggeber mit seinen Anordnungen und andererseits sind es die Auftragnehmer, die ihre eigenen Vorstellungen haben. Wie schlage ich die Brücke, wird Mose sich gefragt haben. Sein argumentatives Ringen mit Gott verweist darauf, sich nicht immer sofort mit allen scheinbar unabänderlichen göttlichen Plänen abzufinden. Hier ist das Gebet der Ort des Ringens. Mose drängt den verärgerten Gott, sein Angesicht den Sündern wieder zuzuwenden. Gott soll diesen fehlerhaften Haufen von Menschen weiterhin führen und nicht mit Rache überziehen. Es ist sehr berührend, wie Mose Gott umwirbt und dieser fürsorgliche Gott schliesslich einwilligt, den Eigensinnigen weiterhin zur Seite zu stehen. Aber da ist zugleich ein Satz, den Mose meines Erachtens, im Eifer seines Ringens, wenig zur Kenntnis nimmt: «Ich werde dich zur Ruhe führen.» Eine wunderbare Gewissheit für uns, die wir in der Nachfolge dieser Murrenden am Horeb stehen. Gott wird uns, dem postmosaischen Volk, gnädig sein, uns zur Ruhe führen, vor uns hergehen, eine gute Zukunft sichern!
Von: Gert Rüppell