Ihr wisst, dass keine Lüge aus der Wahrheit kommt. 1. Johannes 2,21

Und was ist die Wahrheit? Für den Autor des Johannesbriefs ist es klar: Die Wahrheit ist, dass Jesus der Christus ist. Christus, das bedeutet: der Gesalbte. Das «Salben» kennen wir aus den Geschichten des Alten Testaments, in denen etwa Saul und David gesalbt, also mit Olivenöl begossen werden und damit ihre Königswürde erlangen.
Bei Jesus Christus gibt es keinen solchen Akt. Aber es gibt die schöne Geschichte, in der Maria aus Betanien Jesus die Füsse salbt. Der Zuname «Christus» ist eher das Resultat einer Erkenntnis, die sich in den urchristlichen Gemeinden durchgesetzt hat: Er ist der Gesalbte, er ist der Erlöser, durch ihn wirkt Gott. Dies ist denn auch die Botschaft des obigen Verses. – Der Autor nimmt das Thema des Salböls noch einmal auf: Dieses Salböl, ich verstehe darunter die Botschaft Jesu, haben die Menschen erhalten, dieses Salböl schützt sie vor falschen Belehrungen.
Als ich zwölf Jahre alt war, wurde ich gefirmt. Dabei trug der Bischof mir mit Öl ein Kreuz auf die Stirn auf. Ein Mädchen aus meiner Gruppe hatte zuvor gesagt: «Nach der Firmung wasche ich schnell das Öl ab, dann gehen wir ins Restaurant.» Ich selbst tat das nicht. Für mich hatte diese Handlung etwas Feierliches, fast Heiliges, was ich in meiner Kinderseele schön fand. So kann das äusserliche Salben etwas Wohltuendes sein und das innerliche Salböl, also die Botschaft Jesu, eine lebenslange Begleiterin.

Von: Katharina Metzger