Petrus schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn und sprach zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Matthäus 14,30–31
Irgendwie typisch Petrus: Erst steigt er begeistert aus dem Boot und geht übers Wasser auf Jesus zu (Vers 29). Aber beim ersten Gegenwind sinkt ihm der Mut und er schreit voll Angst um Hilfe: «Herr, rette mich!» (Vers 30) Und auch wenn alle sich von Jesus abwenden, er, Petrus, wird es nicht tun: «Und wenn ich mit dir sterben müsste …» (Kapitel 26,35), ist er überzeugt. Petrus ist voller Elan und guten Willens, seine Liebe und Hingabe für seinen Lehrer und Meister Jesus zu zeigen. Aber wenn es darauf ankommt, versagt er, scheitert er an seinen eigenen Ansprüchen.
Irgendwie typisch Petrus? Ja, und sehr menschlich. Petrus ist mir sympathisch mit seiner Impulsivität, Begeisterungsfähigkeit und Treue, aber auch mit seiner Verzagtheit und seinem Zweifel. Was für einen Weg muss er zurückgelegt haben, bis er später vor Tausenden von Menschen öffentlich den Auferstandenen bezeugt (Apostelgeschichte 2); bis er, als Störer verhaftet, vor dem Hohen Rat bekennt: «Wir können’s ja nicht lassen, von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.» (4,20) Und bekräftigt: «Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.» (5,29)
Von Petrus möchte ich lernen, dass Scheitern nicht Aufgeben heisst, dass Mut und Vertrauen wachsen können, dass Gottes Geistkraft Wunder wirkt.
Von: Annegret Brauch