Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden
und Liebe!
Judas 2

Welch Balsam für die geschundene Seele. Barmherzigkeit. Frieden und Liebe. Damit liesse sich gut leben. – Wenn der Brief von Judas an dieser Stelle enden würde. Aber das sind quasi nur die einschmeichelnden warmen Worte am Anfang des Briefes. Danach wechselt die Sprache. Es geht um Ermahnung. Um den Kampf um den (richtigen) Glauben. Denn da sind Irrlehrer unterwegs. Doch bleiben wir für den Moment am Anfang. Spür mal nach. An wen denkst du, wenn du diese Worte leise vor dich hinsprichst? Barmherzigkeit. Frieden. Liebe.


Ich denke an Karl R. Popper. Er hat 1959 einen Aufsatz geschrieben. Der Westen, so Popper, glaube nicht an eine einzige Idee, sondern an viele. Das sei seine Stärke. Vor allem glaube er an Frieden und Freiheit. Des Weiteren verfolge er drei Ziele: den Kampf gegen Armut, die Sicherstellung der Chancengleichheit und die Möglichkeit von Wohlfahrt. Es bleibt die Frage der Macht. Wer soll herrschen? Popper behauptet hier die grösste Stärke des Westens: die Erkenntnis, dass politische Einrichtungen so zu gestalten sind, dass selbst unfähige Machthaber keinen grossen Schaden anrichten können. Sein Wort in Gottes Ohr!

Von: Lars Syring / Chatrina Gaudenz