Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und
deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir,
denn ich erlöse dich!
Jesaja 44,22

Ich schaue oft zum Himmel, folge den Wolken und sehe darin Tiere, Gesichter und manch anderes mehr. Das Spiel fasziniert mich, und ich werde nicht müde, immer wieder Neues zu sehen. Und morgens, wenn ein sanfter Nebel über den Hügeln liegt, schaue ich hinaus und werweisse, ob die Sonne durchbricht und wann.
Hinter dem Nebel, dem Blau des Firmaments und über den Wolken orten wir bisweilen die zentrale Kraft unseres Universums, oben weit darüber stellen wir uns Gott vor und er tilgt «Missetat» und «Sünden» wie «Wolken» und «Nebel». Wischt sie aus und reinigt unsere Seele.
Allerdings, glauben tue ich das nicht. Schuld bleibt Schuld. Doch das Beste, was einem passieren kann, ist, sich trotz allem geborgen zu fühlen in der Hand Gottes. Wir sind angenommen mit all unseren Verfehlungen. Wer so fühlen darf, ist reich beschenkt.
Unsere Missetaten und Sünden gehören zu uns, sie anzunehmen ist schwierig. Gelingt es uns, sie zu ertragen und sich gar mit ihnen auszusöhnen, ist es nicht mehr weit zu Gottes Gnade und der Geborgenheit «im Schatten seiner Flügel».

Von: Kathrin Asper