HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen
Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände. Psalm 92,5
Ein ansteckend fröhlicher Losungsvers! Was lässt Sie denn heute fröhlich singen? Oder vielleicht nicht so fröhlich, aber Singen könnte helfen?
Mir fällt ein Gedicht von Matthias Claudius ein, es ist überschrieben mit «Täglich zu singen»: «Ich danke Gott und freue mich/ wie’s Kind zur Weihnachtsgabe,/ dass ich bin, bin! Und dass ich dich,/ schön menschlich Antlitz habe.»
So geht es durch neun Strophen, und am Ende kann man dem Dichter nur recht geben: «Gott gebe mir nur jeden Tag,/ so viel ich darf zum Leben./ Er gibt’s dem Sperling auf dem Dach;/ wie sollt’ er’s mir nicht geben!»
Unsere Gesangbücher enthalten einen riesigen Schatz an Liedern, sie sind über Hunderte von Jahren entstanden. Es sind Gebete, Bekenntnisse, Lob, Dank, auch Klage. Viele sind in Vergessenheit geraten, andere haben sich taufrisch erhalten.
Im Gottesdienst dürfen die Lieder nicht fehlen. Sie sind eine Einladung an alle, sich aktiv zu beteiligen, ob laut oder leise, falsch oder richtig, ist unwichtig. Keinesfalls sollten wir den Gesang ganz an eine Band oder einen Chor delegieren und uns mit Zuhören begnügen. Manchmal entwickelt sich ein Lied zum Ohrwurm. Mir ist das willkommen, die Worte prägen sich ein und liegen für weiteren Gebrauch bereit. In schlaflosen Nächten zum Beispiel.
Von: Dorothee Degen-Zimmermann