Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu
seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen.
1. Petrus 5,10

Dieser Lehrtext ist eine passende Antwort auf den Losungstext von heute: «Mach dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen.» Angesichts unserer Berufung ist die Not, die wir empfinden und die uns unüberwindbar erscheint, eben doch nur Leiden für eine kurze Zeit. Hieraus werden wir, wenn sich, wie es der dritte Text im Losungsbuch formuliert, vor unseren Augen alles dreht, aufgerichtet und gestärkt, auf sicherem Boden stehend, hervorgehen. Das ist fast ein bisschen viel der Zusage. Reicht mir eine Bibellese, um mein Leiden an und mein Unverständnis für die Entwicklungen dieser Welt unter die Füsse zu bekommen? Der 1. Petrusbrief will uns das sagen. Wie haben es wohl unsere unter der Christenverfolgung leidenden Vorfahren aufgenommen? War es billiger Trost? Wahrscheinlich ist der Text in die Gemeinschaft hineingesagt, die in Verfolgung und Unterdrückung lebte. Da gab es zwei Dialogrichtungen. Die eine geht in Richtung der Losung, zu Gott: «Mach dich auf, uns zu helfen.» Die andere geht an unsere Gemeinschaft, wo wir Stärke und Gewissheit, Gründung erfahren können.
Das kann die Kirchgemeinde oder unsere Partnerschaft sein, wo wir die Verankerung in Christus leben und erfahren. Einander Zeugnis ablegen von der Gewissheit um Gottes Beistand ist grosser, kein billiger Trost. Dank sei Gott.

Von: Gert Rüppell