Fürchte dich nicht, Zion! Lass deine Hände
nicht sinken! Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir,
ein starker Heiland.
Zefanja 3,16–17

Wenn wir bei den Ferienspielen – einem Angebot unserer
Kirchgemeinde für Kinder von der 1. bis 6. Klasse – mit den
Kindern eine Nachtwanderung machen, ist es auch für mich
etwas gruselig. Wir sind ohne Taschenlampe unterwegs. Im
Wald setze ich behutsam einen Fuss vor den anderen. Vorsichtig
ertaste ich meinen Weg durch die niedrig hängenden
Zweige. Ab und zu fragt ein Kind, ob es meine Hand halten
darf. Manchmal ist es draussen zu dunkel für einen allein.
Es ist gut, dass wir einander haben. Gegen die Unsicherheit.
Gegen die Angst. Danke, Gott, dass auch du da bist.

Vorgestern Abend – es war schon dunkel – traf ich mich
mit zwei Frauen in einer kleinen Kirche auf einem Berg. Wir
stimmten ein in den grossen Gesang des Friedens. Wir sangen
Lieder aus verschiedenen Religionen und Kulturen, erinnerten
uns im Gebet und in der Stille, dass wir Menschen
in Liebe und Mitgefühl miteinander verbunden sind. Ich
fühlte mich geborgen, getragen vom Ort und von den Stimmen.
Wenn ich nachts allein unterwegs bin, singe ich gerne
gegen die Angst an: «Bless the Lord, my soul, and bless God’s
holy name. Bless the Lord, my soul, who leads me into life.»
(Psalm 103,1–2)

Von: Lars Syring / Chatrina Gaudenz