Es ist der HERR; er tue, was ihm wohlgefällt. 1. Samuel 3,18

In der Nacht hört Samuel die Stimme Gottes. Gott muss drei Mal rufen, bis Samuel begreift: Gott ruft mich. Der erste Auftrag des Ewigen für Samuel ist eine Zumutung: Er soll Eli, dem alten Propheten, ankündigen, dass Gott sein Haus für immer richten werde. Und das heisst: Sie werden alles verlieren, auch das Leben. Kein Wunder, hat Samuel Angst, seinem Ziehvater und Lehrmeister dieses Gotteswort auszurichten. Erst auf Drängen Elis rapportiert er die nächtliche Weisung des Ewigen – und unsere Losung ist das Wort, mit dem Eli darauf antwortet. Eli akzeptiert den Schuldspruch, nimmt, was geschehen soll, als gerechte Strafe auf sich.
Dass Gott uns strafen will, im ärgsten Fall sogar ums Leben bringen, können und wollen wir uns nicht vorstellen. Wir halten uns an das Prophetenwort des Jesaja, dass unsere Strafe auf ihm liegt. Mit den Evangelisten verlassen wir uns darauf, dass Er Jesus Christus ist. Und mit Paulus glauben wir, dass in ihm Gott radikal und vorbehaltlos für uns ist.
In der dritten Bitte des Unservaters – «Dein Wille geschehe!» – vernehmen wir aber dennoch ein Echo auf das Wort Elis. Und wir versuchen, die Bitte auch dann mitzusprechen, wenn Gott uns etwas zumutet, das uns sinnlos vorkommt, das wir nicht verdient haben, das uns leiden lässt. Wir weigern uns zu glauben, dass die Finsternis stärker sei als das Licht.

Von: Benedict Schubert