Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug
dem Unvermögenden. Jesaja 40,29
Ab diesem Kapitel des Jesajabuchs beginnt offensichtlich eine spätere Weiterführung in Jesajas Namen. Sie ist durchzogen von einem ganz anderen Grundton: Jetzt wird dem kürzlich aus dem babylonischen Exil zurückgekehrten Volk eine Zukunft unter Gottes Schutz und Begleitung zugesagt. Nicht mehr stehen Ermüdung und Abwendung von Gott im Fokus, sondern die Kraft, die ihm neu geschenkt ist, eine neue Stärke, die es ihm möglich macht, Gottes Güte und unbedingte Zuwendung wahrzunehmen.
Viele von uns heute kennen das: ausgelaugt und müde zu sein, sich einer Sache nicht gewachsen zu fühlen. Die einen sehnen sich nach Zuwendung, die andern vermögen sie kaum zu erkennen und ebenso wenig zu schätzen. Aber wie auch immer – der (hier namenslose) Prophet bringt Gottes Wort zum Volk: Ihr könnt auf Gott vertrauen, er steht zu euch. Ihr könnt einen neuen Anfang eurer Beziehung zu ihm starten, Gott ist bereit dafür und will sich ohne jeden Zweifel an eure Seite stellen. «Der Fülle an Kraft wegen, und weil er vor Kraft strotzt, geht kein Einziger verloren. (…) Er ermattet nicht und wird nicht müde, seine Einsicht ist unerforschlich.» (Verse 27–28) Diese Worte gehen dem heutigen Vers unmittelbar voraus; sie zeigen in unmissverständlicher Deutlichkeit, dass Gottes Liebe nicht nur generell gilt, sondern jeder und jedem! Immer.
Von: Hans Strub