Dein Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge
lauter ist, so ist dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. Lukas 11,34
«So schaue darauf, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei.» Der folgende Vers 35 gehört für mich unbedingt zu diesem Bildwort dazu. Wenige Verse zuvor weist Jesus das Ansinnen der Menschen zurück, die ein Zeichen, also einen sichtbaren Beweis seiner Macht von ihm fordern (Vers 29), und erklärt: Schaut vielmehr auf euch selbst, auf das, was euch gegeben ist: Licht und Leben; schaut auf die Gaben und Möglichkeiten, die ihr habt. Wofür nutzt ihr eure Sinne, euren Verstand, euer Herz …?
Jesu Rede changiert zwischen Zumutung und Zutrauen. Mir gefällt, dass Zumutung mit Mut und Zutrauen mit «trau dich!» zu tun hat. Jesus mutet seinen Zuhörer:innen – also auch uns – zu, Mut zu fassen, unseren Mut zusammenzunehmen. Und gleichzeitig traut er uns, unseren Möglichkeiten, etwas zu.
Wie schaue ich in die Welt? Was sehe ich? Und was übersehe ich? Was rührt mich an und bewegt mich? Und was lasse ich erst gar nicht an mich herankommen? Ist mein Blick auf die Welt und auf die Menschen, die mir begegnen, offen, klar, wohlwollend, also lauter oder getrübt, verdunkelt durch Ängste, Befürchtungen, versteckte Interessen? Wie nutze ich heute meine Möglichkeiten und was traue ich mich?
Von: Annegret Brauch