Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Psalm 23,2–3
Es gibt Bilder, Lieder, Worte und Texte, die begleiten uns ein ganzes Leben. Psalm 23 ist für mich so ein Text. Bei den Worten werde ich an meine Kindheit erinnert. Schon meine Grossmutter betete mit mir diesen Psalm. Ich sehe sie vor mit, ihr Gesangbuch in Händen. Auf dem Buchdeckel stand «Der Herr ist mein Hirte». Sie hielt diese Worte förmlich fest und bewahrte sie.
In meiner Konfirmandenzeit musste ich diese Verse auswendig lernen. Damals dachte ich fast überhaupt nicht darüber nach. Altmodische Worte. Gar nicht meine Sprache. Irgendwie abgegriffen. Ich dachte zunächst: «Das merkst du dir nie!» Doch irgendwo hatte ich diese alten Worte abgespeichert. Als ich im Urlaub eine Schafherde sah, waren die Worte wieder präsent, und ich erinnerte mich an meine Konfirmandenzeit.
Im Psalm 23 steckt das pralle Leben. Der Psalm spricht von Festen, Feiern, grünen Auen, Tälern, frischem Wasser. Und am Ende des Lebens nimmt Gott uns an in seinem Haus. Was für ein Vertrauen, in das ich fallen darf! Das ermutigt mich. Denn unser Leben verläuft nicht immer geradlinig und ist kein Wunschkonzert. Wir brauchen da oft einen Hirten, der uns Orientierung gibt, jemanden, der uns hilft, am Montagmorgen motiviert und beschützt in die Woche zu blicken.
Von: Carsten Marx